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Berichte der geheimen Agenten, welche die Florentiner Re-gierung, das provisorische Buongoverno, auf Elba zurBeobachtung Napoleons unterhielt. Sie gingen meistensdnrch die Hände des Generals Spannochi, Gouverneurs vonLivoruo. In einem derselben heißt es: „Wir haben nichtsNeues von?orwksi-r^io vernommen; ich weiß nur, daß derLeiter einer französischen Druckerei dem Kaiser angeboteuhat, eiue Ossiziu iu I'oi-wtsi-i'aio einzurichten, damit er ansdie Angriffe und die Verleumdungen der Blätter antwortenkönne, worauf derselbe die Antwort erteilt haben soll, daß,wenn sie eine Druckerei Herstelleu wollten, ihnen dies unbe-nommen sei, was aber ihn betreffe, so wünsche er, in Rnhezu bleiben, ohne sich um das, was man über ihu und seineThätigkeit schreibe, aufzuregen." — Nun könnte man wohlmeinen, das alles sei absichtlich zur Verhüllung der auf dieRückkehr gerichteten Machenschaften geschehen. Aber der Zu-sammenhang der Ereiguisse bestätigt solche Vermutung mitNichten. In der Zeit, da der Plan zur Flucht und Landungzu reifen begann, nahm die organisatorische Arbeit in derkleinen Residenz sichtlich immer mehr ab. Es war vielmehrNapoleons angeborener Schaffensdrang, sein rastloses or-ganisatorisches Genie, welches ganz unreflektiert an jederStelle, wo ihu Sieg oder Niederlage hinführte, zum Ge-stalten antrieb. Manchmal lief einige Affektation dabei mitunter, welche aber doch für die Richtung des Sinnes be-zeichnend ist. So das bekannte Dekret von Moskau zurGrundlegung der Statuten für das ^lieati-s ti-g-n^g-is. Erhat vielleicht mehr Planmäßigkeit in die Einrichtung dieserBühnen-Anstalt gelegt, als Fürst Bismarck in die Her-stellung der Grnndlinieu für die deutsche Reichsverfassnng.Diesem war das Bedürfnis des nächsten Tages das oberstealler Gesetze, alles sonst Erforderliche wurde der Znknnfranheimgestellt; und darum sollte alles so beweglich und