I.
^icht selten koimnt Einer, der viel gesündigt hat,daran zn Falle, daß er einmal richtig und vorwurfsfreihandelt. Nichts hat den Jesuiten so sehr geschadet, als dasBekenntnis, daß der Zweck die Mittel heilige, und doch wargerade dies ein Akt der Offenheit und das Geständnis einerRegel, welche weit über die Grenzen ihres Ordens hinausdie Welt regiert. Selbst die neuesten Dichterschulen, dieunter verschiedenen Namen nach „Wahrheit" jagen, beweisenmit ihrer Empörung gegen das Bestehende und Herrschende,wie wenig die Wahrheit in der Welt herrscht. Giebt esüberhaupt unbedingte Wahrheiten im Bereich der mensch-lichen Verhältnisse, und kaun es deren geben, oder giebt esnur relative? Edmund Burke, der große englische Konser-vative, sagte einmal am Schluß eiuer Rede: „Ich will nichteingehen auf die Frage, iu wie weit die Wahrheit denVorzug verdieue vor dem Frieden (xsaos bedeutet hier so-viel als das gemeine Wohl). Vielleicht mag Wahrheit etwasviel Besseres sein. Aber da wir kaum jemals über diesesolche Gewißheit habeu wie über jenen, so möchte ich, so-lange die Wahrheit nicht ganz augenfällig ist, fest zumFrieden stehen." Das ist in der gelindesten und moralisch-sten Weise ausgedrückt die Annäherung an den Grundsatz,daß der Zweck das Mittel heiligt. Den Gegensatz drücktjener Redner der Revolution aus mit dem historisch ge-wordenen Ausruf: „^srisssut Iss Loloräks i)1ut.öt, <zu'un