358
zzi-invixk!" Man hat das Wort seit hundert Jahren oftgenug angeführt, aber mehr um unbedingte Prinzipientreuezu verspotten, als um sie zu verherrlichen.
Unsere Kolonialfreunde, als meistens sehr konservativeLeute, haben sich nicht den Revolutionär zum Muster ge-nommen. Wenn sie ihre Kolonien retten könueu, so magschon etwas von geheiligten Prinzipien zum Teufel gehen.Man befindet sich ja mit solchen Opfern in großer nndguter Gesellschaft. Hente mehr als jemals. Wer kann eineZeituug aufschlagen, ohne zu lachen über die Ehren, welcheder heiligen Marseillaise widerfahren! Der Selbstherrscheraller Reußen, die Königin Viktoria nnd der BrüsselerSozialistenkongresz — eiu herrliches Terzett — lassen ihreStimmen zusammenfließen in dieselbe Melodie! Ist dasnicht wundersam? Ich glaube, es war uuser Kollege Bebel,welcher iu der Schlußsitzung des Kongresses vorschlug, alsSang der Sänge die Marseillaise anzustimmen, nnd, dasmuß mau sageu, er hat sich uicht das Geringste damit ver-geben.
Unmittelbar vorher hatte der Enkel des Kaiser Niko-laus , das fleischgewordeue unbeschränkte Königtum von GottesGnaden, sein gesalbtes Haupt entblößt vor demselben Hhmnusund Schlachtgesaug der Sansculotte«.
Was sind alle Gewissens-Transaktionen, die Eskobarund der Pater Filucins zwischen Wahrheit und Lüge zu-lassen, gegen diese herrliche Anpassung! Aber man denkenicht, die Schmiegsamkeit komme nur auf Nechuuug desstolze» Selbstherrschers! Nich? minder ziert sie die »ochstolzeren Republikaner . Denn im Grunde sind sie es,welche huldigen, und ist es jener, welcher sich die Huldi-gung gefallen läßt. Was ist eiue Marseillaise , die zu Lobuud Preis des Zareu gesuugeu wird, als eiu Spott aufsich selbst? Der Zar läßt sich den Spott gefallen, der