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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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sprüngeu einen wahren Buschkrieg gegen die Kanonen derMehrheit.

Was in europäischen Parlamenten an Taktik aufzu-bieten ist, bleibt Kinderspiel gegen die gelehrten Kombi-nationen zu Washington . Man denke sich auf der eiueuSeite einen Präsidenten, den Sprecher, der nicht nur, wiebei uns, von der Mehrheit, sondern eingestandenermaßenfür die Mehrheit gewählt ist, deren Interessen er ganz un-verfroren wahrnimmt. Und dieser Präsident ernennt diebei uns von den Parteien erwählten Mitglieder der Aus-schüsse aus eigener Machtvollkommenheit; er selbst auch,nicht der Ausschuß, ernennt wieder den Vorsitzenden desletzteren und verfügt mit diktatorischer Gewalt über denGang der Verhandlungen, soweit nicht die Gegner ausdem Arsenal der Geschäftsordnung Werkzeuge herbeibringenkönnen, die diese Diktatur wieder lahm legen. Was wirObstruktion nennen, was aber hier gerechte Notwehr ist,nennen die Amerikanerflibustieren", tUidust.kr. Vor diesemFlibnstern, und vor diesem allein, hatten die SilberleuteAngst. Der Präsident des Hauses, Crisp, ein Silber-mann, hatte den Abgeordneten Bland selbst zum Vorsitzendendes Ausschusses, der zugleich als Referent figuriert, ernannt.

Gleich zum Beginn der Verhandlungen erklärte dannauch Herr Bland, er werde dem Hause nicht mehr als dreiTage Zeit geben es war an einem Dienstag; am Donners-tag Mittag um zwei Uhr werde er die Debatte zum Schlußbringen; ferner wurde, nachdem er selbst anderthalb Stundengesprochen, verfügt, daß wegen der massenhaften Anmeldungenvon Rednern der Gegenpartei diesen nur, je nach dem ein-zelnen Fall, fünf, zehn oder höchstens fünfzehn MinutenZeit für ihre Vorträge eingeräumt werden sollten. Dagegenblieb Jedem unbenommen, eine beliebig lange Rede im Pro-tokoll drucken zu lassen.