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dern auch ein sehr geschickter Finanzmann, der sein Geld allund jedem borgt, wenn er nur dafür hohe Zinsen erhält. Sobraucht er zur Unterbringung seiner Gelder verschiedene Ban-kiers. Aber erst von 1794 ab gelingt es Rothschild, durch Ver-mittlung des fürstlichen Schatullenverwalters Buderus, den erfinanziell zu interessieren versteht, in eine ständige Geschäfts-verbindung mit dem Kurfürsten zu kommen. In diesem Jahreläßt der Kurfürst einen Teil seiner in England angelegten Geldernach Kassel überweisen. Neben dem alt angesehenen FrankfurterBankhaus Bethmann wird auch Rothschild mit der Unterbrin-gung von Wechseln beauftragt.
Die Münzlieferungen und die Wechselgeschäfte erlauben esRothschild, ein Vermögen anzusammeln, mit dem er im Jahre1785 das Haus zum grünen Schilde erwirbt und sein altes Hausverkauft. Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß dieFamilie, die nach dem Hause zum roten Schilde ihren Namenführte, erst in dem Hause zum grünen Schilde ihren Weltruf er-langt. Nach Berghoeffers Untersuchungen wird das EinkommenRothschilds zu Beginn der neunziger Jahre des achtzehnten Jahr-hunderts auf jährlich 2—3000 Gulden geschätzt, während zugleicher Zeit die Goethesche Familie ungefähr 2400 Gulden ver-braucht. Die Französische Revolution und die Koalitionskriegestürzen auch Frankfurt a. M. mitten in die Kriegswirren. Am13. Juli 1796 wird Frankfurt bombardiert und hierdurch ein großerTeil des Ghetto vernichtet. Rothschilds Haus bleibt unversehrt.Die Bedürfnisse der verschiedenen Heere und der Städte, die dieKriege mit sich bringen, macht sich Rothschild zunutze durchgroße Kriegslieferungen. „In den damaligen Kriegsge-winnen liegt der eigentliche Keim des späteren ungeheuren Ver-mögens des Hauses Rothschild“ (Egon Caesar Conte Corti,Der Aufstieg des Hauses Rothschild, Leipzig 1927/28). Bis 1794hatte Rothschild 2000 Gulden als Vermögen angegeben, schon1796 waren es 15000 Gulden geworden. Als sich jetzt durchdiese verschiedenartigen Geschäfte die Aufgaben Rothschilds ver-mehren, können ihm schon seine ältesten Söhne helfen. Aber fürdie Korrespondenz mit vielen hochmögenden Personen brauchtman doch einen christlichen Buchhalter, der richtig deutsch