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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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England muß zunächst weitere Unterstützungen zahlen. Be-sonders geldbedürftig zeigt sich nach wie vor Österreich. So ge-lingt es Nathan, seinen Bruder Salomon endlich in das Geschäftmit der österreichischen Regierung einzuführen, um das sichdas Haus Rothschild schon seit Jahren, bisher immer vergeblich,beworben hatte. Auch die Abwicklung der französischen Kriegs-entschädigung Frankreich hat 700 Millionen Franken in fünf-zehn Raten zu zahlen ermöglicht neue Transaktionen. Mitden Subsidien kann der österreichische Finanzminister GrafStadion die Finanzen seines Landes zunächst in Ordnung brin-gen. Er hält es deswegen in einem Berichte an den Kaiser fürseine Pflicht,zugunsten des Frankfurter Wechselhauses MeyerAmschel Rothschild & Söhne auf eine Auszeichnung anzutragen,da dieses Haus ganz besonders zu dem guten Erfolge des schnellenund richtigen Einflusses der so bedeutenden englischen Sub-sidiengelder mitwirkte. Durch kaiserliches Handschreiben vom25. September 1816 werden die Brüder Anselm und Salomon,dutch ein weiteres vom 21. Oktober 1816 auch die Brüder Karlund James in den österreichischen Adelsstand erhoben. Der Adelverleiht ihnen jetzt auch eine gesellschaftliche Stellung. DaNathan englischer Staatsbürger ist, kann ihm diese Auszeichnungnicht zuteil werden.

Trotz der englischen Hilfsmittel sind die Finanzen der meisteneuropäischen Staaten durch die langen Kriege noch so geschwächt,daß sie immer wieder neue Summen brauchen, um ihren Haushaltzu reorganisieren. Auch Preußen hat dringenden Geldbedarf undversucht im Jahre 1816 eine Anleihe aufzunehmen. Nach langenVerhandlungen kommt ein Darlehnsgeschäft über U/2 MillionenGulden gegen 5% Zinsen und 1% Provision im Februar 1817zustande. Aber damit ist Preußens Geldbedarf noch nicht be-friedigt. Neue Besprechungen werden aufgenommen. Sie führtdiesmal ein Vertreter der Seehandlung in London mit NathanRothschild, der sofort eine große Anleihe vorschlägt. Als dieseVerhandlungen in London nicht vom Fleck kommen, zieht manauch den preußischen Gesandten Wilhelm von Humboldt hinzu.In seinem Berichte nach Berlin schreibt er:Wenn die Anleihehier gelingen soll, so glaube ich allerdings, daß dies nur durch