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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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casa Bartholdy. Er schreibt an seinen Schwager Abraham:Ichwürde raten, daß Du den Namen Mendelssohn-Bartholdy zurUnterscheidung von den übrigen Mendelssohns annimmst,welches mir um so angenehmer sein wird, da es die Art ist,auch mein Andenken bei ihnen zu erhalten und worüber ichmich herzlich freue. So erreichst Du Deinen Zweck, ohne etwasUngewöhnliches zu tun denn in Frankreich und überall istsBrauch, den Namen der Verwandten der Frau dem seinigen alsUnterscheidung beizufügen. Abraham folgt diesem Rat, wieHensel berichtet, in allen Stücken. Seitdem nennt sich seineFamilie und seine Nachkommen Mendelssohn-Bartholdy. Abra-hams Kinder werden im Christentum erzogen,allerdings heim-lich, um die Gefühle ihrer streng jüdischen Großeltern, nament-lich der alten Salomons, zu schonen.

Joseph Mendelssohn gewinnt stärksten Einfluß auf die Neu-organisation der Berliner Kaufmannschaft. Die Verkündung derGewerbefreiheit in Preußen macht auch eine Umgestaltung derkaufmännischen Korporationen in den preußischen Städten er-forderlich. Die alten Gilden haben sich überall überlebt. Nochist die Emanzipation der Juden nicht erfolgt, aber die Regierungsieht ein, daß im Zeitalter der Gewerbefreiheit Beschränkungengegen jüdische Kaufleute sich nur schwer würden durchführenlassen, besonders in Berlin, wo seit 1806 Vertreter der jüdischenKaufmannschaft dem geschäftsführenden Ausschuß der Börsen-korporation angehören. Am 13. Juni 1810 wendet sich GrafDohna mit einem Schreiben an sechs angesehene Berliner Kauf-leute, darunter an die beiden Juden Jacob Herz Beer, den VaterMeyerbeers, und den auch philosophisch hochgebildeten Baum-wollfabrikanten Liebermann Schlesinger. Er bittet um Vor-schläge über die Neuorganisation der Berliner Kaufmannschaft.Auf Wunsch dieser sechs Kaufleute tritt die preußische Regie-rung auch an die Repräsentanten der beiden Berliner Kaufmanns-gilden und an die Vorsteher der Börsenkorporation heran. DieStaatsmänner zeigen sich weitsichtiger als die Berliner Bürger.Denn Vertreter der Stadt und der Gilden warnen vor über-eilten Schritten, da Gefahr bestehe, daß die Juden zu einfluß-reich werden könnten. Der erste Entwurf für die Organisation