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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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Bankhauses wird jetzt nach Hamburg verlegt, zu dem dieMendelssohns durch ihre aus Hamburg stammende Mutter diebesten Beziehungen besitzen, das damals auch als HandelsplatzBerlin an Bedeutung bei weitem übertrifft. Das Berliner Ge-schäft wird nicht aufgegeben, scheint aber in diesen Jahrenkaum eine Rolle gespielt zu haben. Als Napoleons TruppenHamburg besetzen, müssen die Mendelssohnsheimlich beiNacht und Nebel in Verkleidungen die Stadt verlassen. Josephkehrt mit den Seinen nach Berlin zurück. Abraham bleibt inHamburg. Hier wird am 3. Februar 1809 Felix, der großeKomponist, geboren.

Die Stunde der Befreiung vom französischen Joch siehtChristen und Juden vereint. Eben erst Staatsbürger geworden,fühlen sich die jüdischen Bewohner Preußens verpflichtet, mitGut und Blut für das Land, das nun wirklich ihr Vaterland ist,zu kämpfen. Überall melden sich jüdische Freiwillige für denKampf gegen Napoleon. Wohlhabende Bürger, unter ihnen auchAbraham Mendelssohn, rüsten auf eigene Kosten freiwilligeKämpfer aus. Abrahamsgemeinnütziger Sinn wird in Berlinallgemein anerkannt.

Moses Mendelssohns Töchter Dorothea, zuletzt die FrauFriedrich Schlegels, und die unverheiratete Henriette warenzum Katholizismus übergetreten. Abraham läßt seine KinderProtestanten werden. Beeinflußt wohl von seinem SchwagerJacob Salomon. Dieser ältere Bruder Leas (geboren am 13. Mai1779) nennt sich Bartholdy. Er legt sich damit den Namen desFreiherrn Christian Friedrich von Bartholdy zu, der 1701 geadeltwurde und 1714 als Präsident des Preußischen Oberappellations-gerichts kinderlos starb. Da auch ein Bruder des Präsidentenvon Bartholdy 1730 ohne Nachkommen verschied, bestandenwohl keine Bedenken, daß Jacob Salomon mit dem Ankauf eineseinst den Bartholdys gehörenden Grundstücks in der KöpenickerStraße, das später Eigentum Abraham Mendelssohns wird, auchden Namen des früheren Besitzers dieses Gartens an der Spreeannimmt. Bartholdy geht nach einem bewegten Leben schließ-lich als preußischer Generalkonsul nach Rom und wird hier alsFörderer der religiösen deutschen Malerei der Gründer der