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Die Freundschaft, die Joseph Mendelssohn mit vielen führendenMännern Berlins, besonders den Humboldts, verbindet, mögenihm auch geschäftlich von Nutzen gewesen sein.
Das Bankgeschäft Joseph Mendelssohns kann in den erstenzehn Jahren keinen großen Umfang gehabt haben, denn es be-schäftigt neben dem Chef nur zwei Angestellte. Auch als 1804Josephs Bruder Abraham als Teilhaber eintritt, hält es sich nochin bescheidenem Rahmen. Die napoleonischen Kriege bereitender Firma und der Familie ein wechselvolles Schicksal. Die Auf-zeichnungen über diese Anfangsjahre des Hauses Mendelssohnsind spärlich. Auch über die Jugend Abrahams fehlt es an Nach-richten, berichtet doch der Familienbiograph Sebastian Hensel,ein Urenkel Moses Mendelssohns, in seinem bekannten Buche„Die Familie Mendelssohn“: „Über die äußeren Lebensschick-sale der Hinterbliebenen in der ersten Zeit nach Moses’ Todewissen wir nicht viel.“ Die Archive des Bankhauses sind bisherleider nie geöffnet worden. Urkunden aus jenen Tagen scheinennicht mehr vorhanden zu sein; so ist man für diese Anfangszeitstark auf Vermutungen angewiesen.
Abraham Mendelssohn, am 11. Dezember 1776 geboren,hatte sich in der Welt umgesehen, war Kassierer bei dem Bank-haus Fould in Paris gewesen und hatte dort in der französischenHauptstadt, an der sein Herz hängt, mit seiner jüngstenSchwester Henriette, die Leiterin einer Fouldschen Pensions-anstalt war, zusammengelebt. Durch Henriette lernt er LeaSalomon kennen, die einer wohlhabenden jüdischen FamilieBerlins angehört. Sein Wunsch, sie möge ihm als Frau nachParis folgen, läßt sich nicht verwirklichen, da Leas Mutter dieHeirat mit einem „Kommis“ ablehnt. Die Abneigung gegenBerlin, die er hegt, wird von der Neigung zu der Frau, die erliebt, besiegt. Abraham kehrt nach Berlin zurück, um sie zuheiraten.
Das junge Paar übersiedelt 1804 nach Hamburg und mietetdort „ein hübsches, an der Elbe dicht bei Neumühlen gelegenesund mit einem Balkon verziertes Landhaus“. Auch Joseph istinzwischen mit seiner Familie — er ist mit Henriette Meyerverheiratet — nach Hamburg gezogen. Der Schwerpunkt des