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vorteile zu verschaffen. Diese Kampagne wird dann in ver-schiedenen Artikeln fortgeführt, um schließlich von der „Reichs-glocke“ durch Rudolf Meyer aufgenommen zu werden. AnfangJuli 1875 erscheinen in der „Kreuzzeitung“ die fünf sogenannten„Ära-Aufsätze“. In ihnen wird, wenn auch nur zwischen denZeilen, Bismarck vorgeworfen, er sei an vielen politischen Er-eignissen finanziell interessiert gewesen. Hier findet sich auchder Satz: „Auch mit dem Fürsten Bismarck sollen, schon eheer Minister in Preußen wurde, hochfinanzielle Kreise in nähereBerührung getreten sein. Die intimen Beziehungen des Herrnvon Bleichröder zum Fürsten dürften, mindestens indirekt,schon an die vorministerielle Zeit des Fürsten anknüpfen, alsderselbe, um mit spärlichem preußischen Gesandtengehalt undohne erhebliches Vermögen seinen Souverän in Petersburg,Paris und Frankfurt repräsentieren zu können, allerdings gutenRat in finanziellen Dingen haben mußte.“ Diese Verleumdungengegen Bismarck und Bleichröder setzen sich noch jahrelang fort.Kein Wunder, daß Bismarck, wie Jöhlinger (in „Bismarck unddie Juden“, Berlin 1921) berichtet, im Jahre 1883 erklärt: „DieJuden sind in ihrer Politik gegen mich nie so gemein gewesenals meine christlichen Gegner in der Fortschrittspartei und inder Konservativen während der Zeit der ,Reichsglocke'.“Bleichröder ist in diesem Streit das Ziel heftiger Angriffe, diesich im Grunde gegen Bismarck richten. Aktiv greift er ein,als es gilt, eine Bewegung abzuwehren, die sich gegen seineGlaubensgenossen wendet. Als Hofprediger Stöcker durchdie Lande zieht, um überall zum Kampf gegen das Judentumaufzufordern, als er in Lübbecke bei Minden in einer Redevon Bleichröder behauptet, er habe durch Wuchergeschäfte imletzten Jahre mehr als 7 Millionen Taler erworben und darumdie Christen betrogen, schreibt Gerson von Bleichröder am18. Juni 1880 direkt an Kaiser Wilhelm I. In diesem Briefeheißt es: „Gegen die wachsende Bewegung anzukämpfen, binich machtlos. Die mir gestattete Privatklage wegen Beleidigungund Verleumdung würde dem Skandal nur neuen Stoff zu-führen. Die öffentlichen Behörden haben mir bisher Schutznicht gewährt. Dies alles dient aber auch wieder zur Ermunte-