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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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stärkste. Seinem konservativen Sinn ist die Revolution, die ernoch erlebt, völlig unverständlich. Enttäuscht über das neueDeutschland stirbt er im Alter von 88 Jahren am 4. Januar1919. Adolph Salomonsohn hatte sich 1868 mit der damalssiebzehnjährigen Sara Rinkel verheiratet, der Tochter IsidorRinkeis in Landeshut, eines der führenden jüdischen IndustriellenSchlesiens. Rinkel, der ursprünglich Medizin studieren wollte,hatte diese Absicht wegen seiner Armut aufgeben müssen, unddann in zäher Arbeit aus kleinsten Anfängen die noch heuteals Aktiengesellschaft bestehende Firma I. Rinkel, eine dergrößten schlesischen Leinewebereien, geschaffen. Sara Salomonsohn stirbt am 4. August 1929.

Während nach dem Tode Adolph von Hansemanns dieGründerfamilie Hansemann aus der Leitung der Disconto-Gesellschaft ausscheidet, übernimmt die Rolle Adolph Salomon-sohns zunächst sein Neffe Dr. Arthur Salomonsohn. DieLaufbahn dieses Neffen gleicht der des Onkels, wenn auch diebeiden Männer von Natur aus sehr verschieden sind. Adolphknorrig und urwüchsig, Arthur dagegen zurückhaltend undkonziliant, ein pflichtbewußter, aber kühler Geschäftsmann.

Auch Arthur Salomonsohn, der am 3. April 1859 Inowraz-law als Sohn des Kaufmanns Moritz Salomonsohn (18241906)und der Bertha geb. Fraustadt (18361906) geboren wird, istvon Haus aus Jurist. Er tritt am 1. April 1880 als Syndikus indie Disconto-Gesellschaft ein, wird 1893 Prokurist und schließ-lich 1895 Geschäftsinhaber. Nach Alexander Schoellers Tod über-nimmt er 1912 den Vorsitz unter den Geschäftsinhabern, dener bis zum Ende der selbständigen Disconto-Gesellschaft bei-behält. Als Salomonsohn 1895 Geschäftsinhaber wird, beginntunter seiner Leitung eine starke Ausdehnungstätigkeit seinerBank. Im gleichen Jahr erfolgt die Fusion mit der NorddeutschenBank in Hamburg, in die er 1902 als persönlich haftender Gesell-schafter ein tritt. Er übernimmt einen großen Teil des Spezial-arbeitsgebietes seines Onkels, hierzu gehört vor allem die Pflegedes Industriegeschäftes. Seit 1912 ist auch er Vorsitzen-der des Aufsichtsrates der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. Andem Abschluß ihrer Interessengemeinschaft mit der Deutsch-