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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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ter des genialen Sohnes. Der Großindustrielle Walther Rathenau,der immer neue Kombinationen schafft, der aus Gründen derRationalisierung Werke zusammenschweißt, um so den Aus-leseprozeß bis zur Vollendung zu führen, klagt die Zeit an, daßsie der Mechanisierung verfallen sei und dem Menschen dieSeele raube. Denn Mechanisierung ist ihmdie Zusammen-fassung der Welt zu einer unbewußten Zwangsorganisation, zueiner lückenlosen Gemeinschaft der Produktion und Wirt-schaft. In dieser Zwangsanstalt verkommt die Seele. Die Mecha-nisierung, bedingt durch die starke Vermehrung der Bevölkerung,bewirkt eine völlige Umwälzung unseres politischen, geistigen,sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Sie führt auch zu neuenArbeitsmethoden:Mit Ausnahme der wenigen freien Berufe,deren Wesen ungeteilt und Selbstzweck ist, der künstlerischen,wissenschaftlichen und sonstigen schöpferisch gestaltendenArbeit ist der mechanisierte Beruf Teilwerk.

So fordert derWirtschaftsführer alsW irtschaftsphilosopheine Umgestaltung der Wirtschaft, an der er selbst mitwirkt. Diegebundene Wirtschaft des Krieges versucht er durch die Plan-wirtschaft der Nachkriegszeit gemeinsam mit Wissell und vonMöllendorff zu vollenden. Rathenau ist kein Sozialist in sozial-demokratischem Sinne.Dieses Buch, sagt er in seinem tiefstenWerkVon kommenden Dingen,trifft den dogmatischenSozialismus ins Herz. Denn er erwächst aus materiellem Wissen;in seinem Mittelpunkt steht die Teilung irdischer Güter, seinZiel ist eine staatlich-wirtschaftliche Ordnung . . . sein Wegführt von der Erde zur Erde, sein tiefster Glaube ist Empörung,seine stärkste Kraft ist gemeinsamer Haß und seine letzte Hoff-nung ist irdisches Wohlbefinden. Rathenau will den Allein-besitz der Bildung und die Verewigung des Erbrechts beseitigen.Er fordert die organische Wirtschaft als freie Selbstverwaltungähnlich der Verwaltung der Städte. In seiner neuen Wirtschaftsoll es eineklassenlose Gesellschaft, kein Proletariat, keine erb-liche Unterdrückung, keine von Geburt an bevorzugte Herren-kaste geben. Die Neuordnung der Wirtschaft dürfe man nichtdem freien Spiel der Kräfte überlassen. Der Staat müsse durchseine Gesetzgebung eingreifen. In dem von Not befreiten Pro-

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