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rufen, die das Gedenkbuch enthält, kehrt stets die Bezeichnungdes „königlichen Kaufmanns“ wieder. Arnhold, der keiner Kauf-mannsfamilie entstammt, hat den „ganzen Kaufmannsstand ge-ehrt durch seine wundervoll idealistische Haltung“, wie Gra-bowsky schreibt. „Sehr charakteristisch ist dabei für ArnholdsArt, daß er nicht mit beliebigen Gütern des Wirtschaftslebenshandelte, sondern daß der wichtigste Stoff der Wirtschaft immodernen Industriezeitalter Mittelpunkt seiner Tätigkeit ge-wesen ist: die Kohle.“
Auch Arnhold ist aus Anhalt gebürtig, das Deutschland so vieleführende Juden geschenkt hat. Er wird hier am io. Juni 1849 inDessau als drittes Kind des Arztes Dr. Adolph Arnhold geboren.Der Vater eine Gelehrtennatur, ein begeisterter Achtundvier-ziger, wird während der Revolution für wenige Tage in AnhaltMinister, die Mutter Mathilde, geborene Cohn, eine Berlinerin,ist im Gegensatz zu ihrem Mann voll Witz und praktischen Ver-stand. Eduard Arnhold wird der Erbe beider Eltern. Vom Vaterwird ihm das hohe Streben zuteil, von der Mutter die Frohnatur.Fontanes Ausspruch: „Die Tränen lassen nichts gelingen — Werschaffen will, muß fröhlich sein“ bleibt die Devise dieses großenOptimisten. Seine Liebe zur Natur, seine Erdverbundenheit,seine hohe Auffassung von Wissenschaft und Kunst sind vondieser Lebensauffassung getragen. Er glaubt an sein Werk,er glaubt stets an Deutschland. „Eine Heiterkeit, weit entferntvon jener jovialen Gutmütigkeit, die manchmal nur Oberfläch-lichkeit gefällig umschleiert, eine Heiterkeit, die in selbstsichererKraft wurzelte, die sich mit Würde vereinte“ umgibt ihn, soschildert ihn Marie von Bunsen. Dieser Zug seines Wesens er-leichtert es ihm auch, jede Situation zu meistern. Die Stellung,die er sich im Wirtschaftsleben erringt, erwirbt er sich aus eigenerKraft. Nachdem der ältere Bruder Max in ein Bankgeschäft ein-getreten war — er wird im Jahre 1864 der Begründer des großenBankhauses Gebr. Arnhold, Dresden, in das 1875 auch der dritteBruder Georg eintritt —, wird Eduard Arnhold 1863 von derFirma Caesar Wollheim in Berlin als Lehrling aufgenommen.Hier steigt er in kurzer Zeit zu einem der KohlenkönigeDeutschlands auf.