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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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Arnhold angehört, verwahrt er sich entschieden gegen den Vor-wurf, daß das Syndikat und der Kohlengroßhandel die Kohlen-preise verteure.Es ist ganz natürlich, so erklärt er,und wirhaben die gleichen Erfahrungen 1873 und 1890/91 gemacht, daßder Kohlenmarkt noch immer eine große Festigkeit bewahrt,wenn die Preise der Industrieerzeugnisse sich längst in absteigen-der Linie bewegen.

Arnhold ist sich seiner Mission wohl bewußt. Er weiß, wie sehrdie Existenz der oberschlesischen Werke, auch der des PreußischenStaates, von dem Mitwirken des Großhandels abhängt. Als am24. Januar 1901 der preußische Handelsminister Brefeld imAbgeordnetenhaus die Unterhaltung des Geschäftsverkehrs derstaatlichen Gruben mit dem Großhandel alsein notwendigesÜbel bezeichnet, schreibt ihm Arnhold bereits am nächstenTage einen Brief, in dem er die Lieferungsverträge zwischenseiner Firma und dem Fiskus kündigt.Mir gibt angesichts dessendas Gefühl der Selbstachtung die Pflicht ein, eine Geschäftsver-bindung nicht ferner aufrechtzuerhalten, die dem einen Teile alseine Last, als ein notwendiges Übel erscheint. Dieser mann-hafte Schritt Arnholds, ohne Rücksicht auf die eigenen Interessenunternommen, erregt überall das größte Aufsehen. Ein baldigerWechsel im Handelsministerium ist die Folge.

Nichts kann besser die Persönlichkeit Arnholds charakterisierenals dieses Vorgehen. Unter seinen nachgelassenen Papieren fandman eine Aufzeichnung, die dem umfangreichen, nur für denFreundeskreis bestimmten Werk, das die Witwe seinem Gedenkengewidmet und sein Neffe Dr. Adolf Grabowsky verfaßt hat, alsMotto vorangestellt ist.Das höchste Interesse eines Kaufmannsist aber seine Ehre! Wer den kaufmännischen Beruf nur unterdem Gesichtspunkt des Erwerbes betrachtet, fällt in denselbenIrrtum, als ob er die Gerechtigkeit eines Richters oder die Tap-ferkeit eines für sein Vaterland kämpfenden Kriegers nur aus derenBesoldung herleitet. Der Kaufmann, der wahre Kaufmann, hatnichts gemein mit der schmutzigen Habsucht einer Krämerseele,vielmehr gilt ihm seine Tätigkeit und deren Ergebnisse als Mittelfür die Förderung und Verbreitung der Kultur und der Humani-tät und eben darin sucht er seine Ehre! In den vielen Nach-