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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
Seite
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älteren englischen in fremden Ländern Fuß fassen, dann mußtesie den Wünschen der fremden Kunden besonders entgegen-kommen. Nur so konnte sie die Engländer, die konservativ anihrem Schema festhielten, aus dem Felde schlagen. Orensteinversteht es, diesen Gedanken Rechnung zu tragen. Aber er ver-dankt auch die Ausdehnung seines Unternehmens über die ganzeWelt dem Mitarbeiterstab, den er ausgezeichnet vorgebildethinaussendet. In einem Aufsatz in derFrankfurter ZeitungüberDie Organisation kaufmännischer und industrieller Groß-betriebe betont er, daßdie besten Kräfte, die man überhauptbekommen kann, solche sind, die im eigenen Betriebe auf-gewachsen und erzogen sind. Deshalb legt er den größten Wertauf die Ausbildung der Lehrlinge, die er in straffer Disziplinzu vielseitig erfahrenen, auch sprachgewandten Kaufleuten er-ziehen läßt. Bis zum Kriege waren schon mehr als 2500 Lehr-linge durch die strenge Schule der Firma Orenstein & Koppelgegangen. Mancher dieser Schüler spielt heute eine hervor-ragende Rolle im deutschen Wirtschaftsleben. OrensteinsPrinzip ist es, soweit wie möglich, freigewordene Posten mitKräften aus dem eigenen Haus zu besetzen. So gibt er denJüngeren die Gelegenheit des Vorwärtskommens und weiß, daßer Männer um sich hat, die in seinem Geiste arbeiten.

Das Geschäft sprengt mit seiner Expansion den Rahmen, inden es bisher eingespannt war. Im Jahre 1897 wird es unterMitwirkung der Dresdner Bank in eine Aktiengesellschaft unterdem NamenAktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnen-bedarf vorm. Orenstein & Koppel umgewandelt. Das Aktien-kapital beträgt zunächst 4 Millionen Mk., wird 1898 bereits auf8 und 1905 auf 11 Millionen Mk. erhöht. Benno Orensteinbehält als Generaldirektor genau wie früher das Heft in derHand. Er bleibt der Autoritätsmittelpunkt. Große Erweite-rungen folgen. Im Jahre 1899 wird die Lokomotivfabrik inDrewitz bei Potsdam, 1900 die Waggonfabrik in Spandau er-öffnet. Auch im Ausland schafft man sich Produktionsstätten.Der Bau von Feldbahn- und Kleinbahnlokomotiven führt jetztzur Herstellung großer Lokomotiven. 1901 werden die erstenLokomotiven und Waggons an die Preußische Eisenbahnverwal-