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Brandenburg. Erst durch diese Tätigkeit fühlt er sich reif, umeine Stellung in einem Möbel- und Teppichgeschäft in Berlinanzunehmen. Das Monatseinkommen von 80 Mk., das er erhält,dünken ihm ein fürstliches Gehalt. Aber auch in dieser Firmableibt er nicht lange, denn es erscheint ihm unfaßlich, wie einGeschäft existieren kann, in dem die Angestellten um neun undder Chef erst um zehn Uhr zum Dienst antreten. Schon nacheinem halben Jahr verläßt er das Unternehmen.
Jetzt hält Hermann Tietz die Zeit für gekommen, auch diesenNeffen auf eigene Füße zu stellen. Am I. März 1882 eröffnet ermit Oskar Tietz gemeinsam das Weiß- und Wollwarengeschäftin Gera. Man hat sich diese Stadt von 35000 Einwohnern aus-erkoren, weil man sich von dem aufstrebenden Industrieort be-sonders viel für das neue Unternehmen verspricht, das nachneuen Prinzipien geführt werden soll. Hermann scheidet schonnach kurzer Zeit aus und läßt sich zunächst im nahen Weimarnieder. Oskar versucht bewußt das System des Engrosgeschäftesauf seinen Laden zu übertragen. Die Konkurrenz glaubt erst, ermüsse mit dieser „Schleuderei“ zugrunde gehen, aber gerade mitseinen Leitsätzen setzt er sich durch, weil sich der Zuspruch desPublikums immer mehr vergrößert.
In der ersten Zeit will die Familie von all diesen Neuerungen,die Oskar Tietz in Gera einführt, nichts wissen. Auch Hermannrückt deutlich von dem Neffen ab. Nur seine AdoptivtochterBetty Meyer hält zu ihrem Vetter Oskar. Betty ist in Wa-shington geboren, in Memphis aufgewachsen, sie wird, früh ver-waist, von ihrem Onkel Hermann adoptiert und nach Europamitgenommen. Hier entwickelt sich bald eine herzliche Freund-schaft zwischen ihr und Oskar Tietz, den sie im Jahre 1887heiratet. In Gera wird am 10. Januar 1889 als erstes Kind desjungen Paares der Sohn Georg geboren.
Inzwischen hatten sich die Mitglieder der Familie Tietz überDeutschland verbreitet. Sie hatten sich in verschiedenen Städtenmit gleichen Geschäften niedergelassen. Wenn auch jeder aufeigenen Füßen stand und für eigene Rechnung arbeitete, eintesie nicht nur das gleiche Blut, sondern ein enger freundschaft-licher Zusammenhalt. Julius Tietz, ein Bruder von Jacob undm’