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hängeschild in ihrem Kampfe gegen die Juden, denn es geltendie Argumente, die sie anführen, mit der gleichen Berechtigungauch für die jüdischen Kaufleute. Wenn das Warenhaus denMittelstand bedroht, muß es auch jüdischen Händlern undHandwerkern gefährlich werden. Trotz der Warnungen füh-render Männer der Wirtschaft und Wissenschaft wird in ver-schiedenen deutschen Staaten die Warenhaussteuer eingeführt.
Im Jahre 1898 ruft Oskar Tietz zur Abwehr gegen dieseSondersteuern auf. Aber erst vier Jahre später kommt es zu Ver-handlungen mit den Besitzern der anderen Warenhäuser. Imgleichen Jahre veröffentlicht er gemeinsam mit Gerson Bacheine Broschüre „Die Sonderumsatzsteuern im Lichte der Ge-werbefreiheit und Gewerbeordnung sowie der allgemeinenRechts- und Steuerprinzipien“, durch die er zum Vater derdeutschen Umsatzsteuer wird. Seinem Einfluß gelingt es, nochim gleichen Jahre einen Ausschuß von zwölf Waren-und Kauf-hausbesitzern zu bilden. Am 25. Februar 1903 wird in Berlinder Verband deutscher Waren- und Kaufhäuser gegründet, derOskar Tietz zum Vorsitzenden wählt. Zwanzig Jahre hindurchbleibt er der Führer dieses Verbandes. Seiner Initiative ver-danken die Warenhäuser die Anerkennung und die Würdigung,die sie allmählich finden. Dem Charakter Oskar Tietz’ ent-spricht es, daß der Verband, wie es der Sohn schildert, „keinKampfverein wurde, der Feindschaft mit Feindschaft vergalt,sondern der aufklärend wirkte und Gegensätze innerhalb desEinzelhandels auszugleichen sich bemühte“. Als Mitglied derHauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels hat sich derVerband nach dem Kriege mit den Verbänden der Einzelhändlerzusammengeschlossen. Oskar Tietz tritt auch in den Vorstanddieser Spitzenorganisation. Der kleine Ladenbesitzer und derBeherrscher des Warenhauses kämpfen jetzt für ihre gemein-samen Interessen Schulter an Schulter.
Oskar Tietz führt in seinen Betrieben von Jahr zu Jahr, javon Monat zu Monat ständige Neuerungen durch. Immer wie-der wird versucht, durch neue Methoden den Bezug der Warenzu verbilligen, um sie möglichst vorteilhaft verkaufen zu können.Immer mehr aber hebt sich auch die Qualität der Ware. Das