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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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Firmen in der gleichen Zeit um 13,3 vermindert und daherdie Anzahl der nicht jüdischen um 52,9 erhöht habe. DasselbeVerhältnis, wenn auch nicht in gleichem Umfange, konstatierter für den Schrotthandel. Noch gravierender sind die Zahlenfür das Bankwesen, die Marcus in einem Artikel überDieJuden im deutschen Bankwesen (a. a. O., Heft 9/10) gibt.Die Anzahl der Privatbanken nicht jüdischen Charakters istdanach vom 1. April 1928 bis zum 1. April 1930 um 8,6%,die der jüdischen Privatbanken um 19,7% zurückgegangen.Wie wenig die Behauptung, der Geldmarkt in Deutschlandwerde von den Juden beherrscht, zutrifft, geht auch aus denZahlen über die Bankdirektoren hervor. Am 1. April 1928gab es unter den Vorstandsmitgliedern bei allen anonymenBanken 89,1% Nichtjuden und 10,9% Juden, zwei Jahrespäter 92,9% Nichtjuden und 7,1% Juden. Marcus behauptetmit Recht, daß der Abbau im Bankgewerbe in den gehobenenPositionen lediglich das jüdische Element und dieses besondersstark betrifft. Wir sehen also eine Zurückdrängung der Judenaus Wirtschaftszweigen, die sie in Deutschland zur Blüte ge-führt haben.

Die wenigen Ergebnisse, die bisher über die Berufsstatistikvon 1925 in ihrer Beziehung zu den deutschen Juden vorliegen,lassen keine endgültigen Schlüsse auf die starken sozialen Ver-änderungen, die auch die deutschen Juden in dem letztenJahrzehnt erlebt haben, zu. Selbst wenn sie jetzt endlich ver-öffentlicht werden, sind sie durch die Entwicklung der letztenfünf Jahre längst überholt. Nach der Berufszählung von 1907ist der Anteil derjuden amHandel besonders groß. InBerlin gehörten damals von 85 574 jüdischen Erwerbstätigen allein36696 dem Handel an. Die Zahlen für 1925 zeigen, daß von denjüdischen Erwerbstätigen in Hamburg 60% im Handel be-schäftigt sind gegenüber 40% der Gesamtbevölkerung. Nochüberwiegt hier der Handel als Hauptberuf. Aber die Verhält-nisse der großen Handelsstadt sind nicht maßgebend für ganzDeutschland.

Die Umstellung der Betriebe führt auch zu ihrer Um-organisation. Immer stärker wird die Ersetzung der mensch-