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Allgemeine Bemerkungen
Bald wurde nun die Vorstellung rege, daß auch ein gleich-großes südliches, des Gleichgewichtes wegen, sich vorfinden müsse,bis Cook der Entdecker in der zweiten Hälfte des vorigen Jahr-hunderts die Grundlosigkeit dieser Annahme zeigte, jedoch zugleichgenauer die Grenzen, nicht eines, sondern vieler Südländer, Küstenund Inseln, bestimmte, zu welchen denn auch wol die jüngst ent-deckten (Neu-Süd-Schetland zwischen 55 bis 65 Grad westl. L.von Greenwich und 62 bis 63 Gr. südl. Br., im Februar 4819durch W. Smith) zu gehören scheinen.
Die Vorstellung eines großen Continents gegen den Südpol der Erdkugel war eine Folge der an sich richtigen Wahrnehmung,daß wirklich die größte Masse der von dem Ocean umgebenen bei-den Landstrecken, der alten und neuen Welt, auf der Nordhalb-kugel der Erde den Nordpol in gewaltigen Breitenausdchuungenumlagern, so daß sich da ihre auslaufenden Glieder und Vorge-birge bis auf wenige Meilen einander fast berühren. Denn nachdem Süden hin verlaufen sich ihre Körper in keilförmig auskau-fenden Spitzen, welche, durch weite Meere von einander getrennt,endlich nur noch in drei hohen Vorgebirgsländern gegen den Süd-pol hin die Form der festen Erdrinde in den unermeßlich weitenWogen des Südoceans vertreten.
Diese südliche Ausdehnung der Continente ist daher schondarum leichter zu bestimmen gewesen; gegen den Norden aberstellten sich der Umschiffung und Auffindung der Grenzen derselbennoch andere größere Schwierigkeiten entgegen, so daß diese dahin-wärts auch noch keinesweges beendigt ist.
Statt uns hier mit der Meinung über die Entstehung dieserForm und mit der Aufzählung der einzelnen Theile, der Bezeich-nung und Benennung der Grenzen, der Angabe des wahrschein-lichen Flächeninhalts und mit andern vielfach bekannten Vorkennt-nissen den Raum zu beengen, gehen wir sogleich zur allgemeinenBetrachtung der Formen selbst über, und zwar hier zuerst, ausGründen, die in der Einleitung angegeben worden (S. i4), nurin Beziehung auf