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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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über die festen Formen der Erdrinde.

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seit Menschengedenken Bestehenden entsprechen, die Theorie da-gegen auch in die Genesis des historisch Vorhandnen zurückzu-führen hat.

Von allen Veränderungen, Bewegungen, Umwandlungen wirdübrigens hier nur in sofern die Rede sein, als sie in der Verschie-denartigkeit und den räumlichen Verhältnissen jener drei Formennach der horizontalen und senkrechten Dimension und deren Wechsel-wirkung begründet sind.

In der Untersuchung des gegenwärtigen Verhältnisses dieserdrei Formen lassen sich verschiedene Wege einschlagen. Warumwir den gegenwärtigen, den Uebergang von dem Festen zumFlüssigen, wählen, ist oben angedeutet. Auch scheint es darumam natürlichsten zu sein, ihn zu verfolgen, weil der Mensch selbst,von dem alle Betrachtung ausgeht, auf der festesten Form sich ammeisten einheimisch gemacht hat, weil sie die mathematisch umgrenz-tere, also die bestimmtere ist, durch welche zugleich die niedere oderdie räumliche Anordnung der übrigen gegeben wird.

Einer geschichtlichen Betrachtung würde die chemische Anord-nung, in welcher man von den flüssigen Formen zu den festenoder zu dem Gewordenen überginge, die bequemere sein; mit demFlüssigen beginnt nothwendig auch jede Genesis. Darum wird,weil diese immerhin im Fortschritt begriffen ist, auch späterhin imzweiten Theile dieser Arbeit, bei dem, was wir dort von denElementen zu sagen haben, dieses Geschichtliche der Erdverhältnissehäufiger berührt werden müssen, als in diesem ersten, der sich mitder Betrachtung des gewordenen Festen beschäftigt, zu welchemwir nun unmittelbar übergehen können.

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Das Land.

Wenn in den frühern Zeiten dem gebildeten Theile der Men-schen nur ein einziges Vestland mit vielen Inseln der Inbegriffder Erde war: so sind wir seit dreihundert Jahren erst durch Co-lombo zur sichern Kenntniß eines zweiten, eines westlichen im Ge-gensatz unsers östlichen Continentes gelangt.

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