und horizontale Ausbreitung der Erdtheile.
Mittelländische Meere, selbst Theile des Oceans nennen, wie dasNordeismecr und der nördliche Atlantische Ocean, sind bei allerGröße dennoch gegen die völlig freien Gewässer der von allenSeiten offenen Wasserhalbkugel nur als eingeengte Wasserbehälter,als eingeschlossene Mittclmcere, als continental zu betrachten, imGegensatz der vorzugsweise freien und offenen oceanischen der süd-lichen Wasserwelt. Denn obwol diese Meere einander ganz gleich-gestellt zu werden pflegen, so haben sie doch als zweierlei Klassenmehr entgegengesetzte Verhältnisse und Eigenschaften, die vorzüg-lich aus dieser räumlichen Stellung hervorgehen. So z. B. indem, was den Wassern ihr Leben giebt und bei Betrachtung derNaumverhältnisse charakteristisch für sie wird, in der Bewegung.Indeß die einen, nach außen freiliegenden den allgemeinsten Ge-setzen derselben in ihrer Regelmäßigkeit folgen, nehmen die andern,wegen der mannichfach sie unterbrechenden Hemmungen, entwedergar nicht an der allgemeinen Fluthenbewegung Theil, wie dieBinnenmeere Europa's und andere, oder zeigen verschiedene, vonden allgemeinen erst abgeleitete Erscheinungen, wie die Nordsee ,oder, wenn anch die unmittelbaren Fluthenbewegungen noch aufsie einwirken, wie auf den breiten Kanal des Atlantischen Oceans,dennoch eine, dem allgemeinen Notationsstrvm im freien Oceanvon Ost gen West geradezu entgegengesetzte, rücklaufende Bewegungvon Amerika gegen Europa hin, woraus sich allein schon deutlichgenug ergiebt, wie durch die Stellung der Gewässer gegen dieLändergruppen auch ihre Natur bedingt werden mußte; denn derArt und Weise der Bewegung folgt die Umwandlung vieler an-dern Verhältnisse der Gewässer nach.
Diese durchbrechenden Meeresstraßen, mit ihren eigenthüm-lichen hin- und herwogenden Bewegungen und Strömungen, habendie völlige Abschcidung der gemeinsamen Ländermitte von deroceanischen Südwelt und der großen äußern Gestadezone theil-weise wieder aufgehoben, zumal gegen den Westen hin, und so deneuropäischen Erdtheil dem oceanischen Weltverkehr der Zeit nach(durch Fortbewegung auf dem flüssigen Elemente) weit näher ge-
Rittcr Beitrage. H