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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
Entstehung
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und horizontale Ausbreitung der Erdtbeile.

werden, die Neue Welt, das Abendland, im Gegensatze der AltenWelt, die ihr schon zum Morgcnlande geworden ist.

Keines dieser historischen Verhältnisse mit der Fülle der zu-gehörigen Erscheinungen und Entwicklungen konnte, weil ihm dieräumliche Basis mangelt, dem australischen Süden zu Theil wer-den, dessen Festland in seiner Jsolirung einer Insel des Oceansgleicht, und so nur, als das größte Gestadeland der südlichenWasserwelt, seinen Beitrag zum Allgemeinen zu geben berufen zusein scheint.

Dieser coömischen Anordnung der Erdräume entsprechen auchdie Gesammtverhältnisse der Natnr und Geschichte, die zum Theilin dem Entwicklungsgänge des Menschengeschlechts sich ausweisen;aber auch die Stellung der einzelnen Ländcrräume erhält dadurchihre besondere Charakteristik, und der bedingende Einfluß, den sieunter solchen räumlichen Constellationen, zumal iu den merkwür-digsten Uebcrgangsgliedern auf die Entwicklung der Völker und,der Begebenheiten ausübten, wäre in den Völkerhistorien einerweit größern Beachtung wol werth.

Sieht man auf das Einzelne der Erdtheile, so zeigen sie inGröße, Länge und Breite, Zurundung und Gliederung charakte-ristisch sehr verschiedenartige Verhältnisse ihrer Ausbreitungen, dienicht ohne Einfluß bleiben konnten.

IV. Größe.

Daß Asien der größte Erdthcil der Alten Welt war, machteihn und seine Bewohner von Anfang an fähig, reiche und mannich-fallige Gaben an seine westlichen Nachbaren, die Erdtheile vongeringerm Umfange, zu spenden, ohne selbst zu verarmen und ohnejene, da ihrer zwei verschiedene waren, zu denen doppelte Wasscr-und Landbreitcn führten, zu überfüllen und in ihrer selbständigenEntwicklung aufzubaltcu oder zu stören. Daß Europa an Raumbeschränkter war, beschleunigte, im Gegensatz der colossalem Erd-theile, unstreitig seine mehr harmouische Entwicklung in seinen