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Weltsystem.
Unsere Erde ist für uns der ausgezeichnetste Körper dersogenannten unorganisirten Natur. Sie ist uns unter allen dasbekannteste Gestirn, der einzige genauer bekannte Weltkörper, daseinzige Gestirn, von dem wir auf das gauze Universum zurück-schließen köunen, der einzige Standpunkt zur Erkenntniß unseresWohnplatzes im Kosmos, wie ihn A. v. Humboldt iu seinem be-rühmten Werke darstellt, also auch des Kosmos oder der ganzenWettordnung. Die Erde ist einer der Hauptplaneten unseres Systems,welche unsere Sonne in großen elliptischen Bahnen umkreisen, undnimmt unter ihnen eine mittlere Stellung ein. Damit hängt dieerste ganz populäre Eintheilung der Planeten, in obere(äußere) nnd untere (innere) zusammen. Es ist die ein-fachste allgemeinste, schon bei den Alten üblich und durch keiueneueren Entdeckungen verändert. Auch Humboldt behielt sie imKosmos bei.
Obere oder äußere Plaueteu heißen diejeuigeu, die mitihren Bahnen die elliptische Erdbahn einschließen — welche alsoaußerhalb der Erdbahn liegen — also weiter von der Sonne, demgemeinsamen Mittelpunkte, entfernt sind als die Erde. Untereoder iunere Planeten diejenigen, deren Bahnen von der Erd-bahn eingeschlossen werden, die der Sonne also näher stehen alsdie Erde. So Mercur, Venus .
Zu den oberen gehören die übrigen Planeten.
Die Alten zählten, Sonne und Mond mitgerechnet, nur siebenPlaneten. Zu Ende des 18. Jahrhunderts kam ein äußerer Pla-net, Uranus , dazu. Durch den Gebranch verbesserter Teleskopeentdeckte man bald darauf 4 kleinere Planeten hinzu: Ceres,Pallas, Juno, Vesta. Die steigende Vervollkommnung derInstrumente, die Sorgsalt der Astronomen in der genauerenDurchforschung des Himmels, hat seitdem die Zahl der kleinenPlaneten zwischen Mars und Jupiter (Asteroiden) ungemeinvermehrt.