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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
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Mittelstellung der Erde.

rotirendcr Körper während ihrer Entstehungsperiode, nämlich beimUebergange aus einem noch mehr flüssigen Zustande in den ri-giden.

Die Erde erhielt bei ihrer ursprünglichen Bildung nur ge-ringe Abplattung, au beiden Polen . Sie nähert sich unter allenplanetarischen Gestirnen am meisten einer vollendeten Kugel-sorm und ihre polaren und äquatorialen Durchmesser weichenam wenigsten von einander ab.

Also auch der Form nach hat die Erde mehr als die anderenPlaneten daö schöne Gleichgewicht der Mitte gewonnen.Denn die Schönheit der Form besteht nach Ptato's Auöspruchin dem Ebenmaaße der Dinge. Auf jeden Fall bietet die Ku-gelform unter allen auf ihrer Oberfläche die größte Mannig-faltigkeit der Verhältnisse dar, die für jedweden Punktihrer Peripherie nothwendig andere sind.

Auch die geringeren hypsometrischen Abweichungenvon dieser Kugelgestalt finden auf der Erde statt. Bekanntlicherheben sich diese Abnormitäten auf dem etwas kleineren Pla-neten Venus als Berge zur Höhe mehrerer Meilen aufder Erde höchstens etwas über eine Meile (27,000'). Selbstauf dem viel kleiueren gerundeten Mondkörper ragen die Bergenach Mädler's Messung bis zu M. 17,000'). Die Plastikder Erde ist also eine mehr harmonische.

Auch in Hiusicht der Nebenplaneten oder ihrer Traban-ten steht die Erde gegen die anderen Planeten aus einer mittlerenStufe. Sie hat uur einen Mond. Anderen Planeten, wieMer-cur, Venus, Mars fehlt dieser nächtliche Begleiter ganz. Da-gegen haben Jupiter vier, Saturn sieben und einen gleichsam ausMonden zusammeugcballten Niug, Urauus sechs Monde und nochmehr zu ihrer Begleitung erhalten. Auch Neptun scheint derMondbegleitung nicht zu entbehren. Je entfernter von derSenne, desto mehr Monde, vielleicht um in diesen kos-