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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Mittclsiellmig der Erde.

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mischen Spiegeln das Sonnenlicht desto vielfacher als Ersatzder geringeren Intensität der Erleuchtung zurückzustrahlen!

Aus allen diesen Verhältnissen unseres Erdplaneten ergiebtsich, daß jedes Aenszerste, jedes physikalische Extrem demErdchar akter fern ist. Das Größte wie das Kleinste; dasSchnellste wie das langsamste; das Wärmste wie das Kältesteu. s. w. Die Erde schwebt weder im Minimum noch imMaximum der kosmischen Verhältnisse.

Dieses gewonnene Gleichgewicht und Ebenmaaß der Ver-hältnisse läßt scheu auf eine gewisse mit dem Sonncnshstem har-monisch gewordene eigenthümliche Entwickelnug desErdplaneten schließen und dnrch diese Harmonie der Natur-dingc, wie ihrer Naturkräfte wurde er denn auch befähigt, dieHeimath des Menschengeschlechtes zu werden, eben dadurchorganisirt, alle äußeren und inneren Bedürfnisse des-selben, während seines kurzen Erdendaseins auch zur Ausbil-dung für ein höheres Geisterreich zu befriedigen!

Aus diesem höchsten wissenschaftlichen Gesichtspunkt betrachtet,wird jedes Verhältniß der Erde erforschungswerthkeins gleichgültig ja ihre Summe und das Wesen von allenuns höchst wichtig sein!')

An die Sonne, ihren kosmischen Mittelpunkt, ist die Erdenach dem Gesetz anziehender und abstoßender Kräfte ge-bunden. Von der Sonne erhält sie Licht, Wärme, Leben, Ge-deihen.

Der fühlende und denkende Mensch ist genöthigt, seinen Blick

>) Wenn Whevel zu beweisen gesucht hat, daß die anderen planetarischcnKörper unbewohnt seien und nur uuscre Erde bewohnt, so können wirdas wohl zugeben: denn nur die Erde ist fnr den Menschen, wie er jetztist, bewohnbar, kein anderer Planet. Aber andere Wesen können auchftir andere planetarische Körper organisirt sein, von denen wir nur keinePorstellnug haben können.