Geographische Compendien.
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Merkwürdigkeiten der Länder an, ohne ihre kosmischen und mag-netischen Beziehungen auf das Ganze zu kennen. Man kannteden Causalzusammenhang zwischen den maritime» Entdeckungender Seefahrer uud dem Systeme der Meeresströmungen nochnicht, von dem die Seefahrten so abhängig sind. Man übersahden Einfluß der Physik auf die Ethik des Leibes, auf Seeleund Geist.
Nach historischem und politischem Gesichtspunkte zertheilteman das reichhaltige Material wieder in ein rnbrikenreichcs, lo-gisch geordnetes Fachwerk, um eine gewisse Ordnung und Voll-ständigkeit zu erreichen, nicht, nm die Thatsachen und Wahrheitenan sich zu ergreifen, sondern um den Inhalt zu gewissen äußer-lichen Zwecken benutzen zn können, wie für Kriegsgeschichte, Po-litik, Statistik, Geschichte u. s. w.; eine Methode, die noch einUeberrest von dem scholastischen Zuschnitte der Wissenschaften imMittelalter geblieben ist. Aus solcher Bertheilnng und Anord-nung des Stoffes, die den innern Zusammenhang oder den for-malen Theil nicht berücksichtigt, entstanden so die dreierlei Zweigenach herkömmlichen Namen: Choro- und Topographie, Länder- und Ortskunde; Ethnographie mit Anthropologie ver^bnnden, Völkerkunde; Statistik (ein modernes erst vonSchlözer eingeführtes Wort) mit Historie und Politik ver-bunden, politische Geographie uud Staatenkunde.
Aus diesen drei Abtheilungen liefern die sogenannten Hand-bücher, Abrisse oder Compeudien der Geographie eiu beliebigesAggregat, ein in Schachteln abgetheiltes scholastisches Fachwcrk.Mehr oder weniger enthalten diese bald von dem einen, bald vondem andern Vorrath oder Material, je nachdem das Bedürfnißder Zeit dies oder jenes verlangt: politische, militärische, Handels-Geographie, sogenannte reine Geographie u. s. w. Ein systema-tischer Zusammenhang des Inhalts ist selten darin aufzufinden.Eine Gleichberechtigung aller weseutlicheu Theile wird dariu gar