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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
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Hülfswisseuschaften,

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wie- Sextanten, Chronometer, Bussole u. a. gehören Fertigkeitenin der praktischen Astronomie. Zur Orientirung der Länder aufLandkarten, zur Beurtheilung ihrer verschiedenen Projectionen ge-hören schon Kenntnisse der Trigonometrie uud der höheren Ma-thematik. Wer jetzt durch Reisen die Erdkunde fördern und be-reichern will, darf iu fremden Ländern nicht ohne astronomischeInstrumente erscheinen.

Die politische Geographie bedarf der historischen Stu-dien und derselbe» Hülfswisseuschaften wie das Geschichtsstudiumselbst. Deuu der Zustand der Länder und Staaten kann nurauf historischem Wege gründlich entwickelt werden. BüschingsEuropa war ein Meisterstück seiner Zeit. Aber er war weit da-von entfernt, die Geschichte in verkümmerter Gestalt in die Schnür-brust der geographische!? Compeudien hineinzuzwängen.

Auch die Menschen- und Völkerkunde gehört zu dem weitenKreise der Hülfswisseuschaften geographischer Studien. Erst indiesem Jahrhundert hat man Ethnographie und Ethnologie mehrwissenschaftlich, systematisch zu behandeln versucht durch genaueresStudium des Physischen des Menschen, seiner Sprache, Genealo-. gien, und der geistigen Entwickelungsstufen der Völker.

Verschiedene Zweige der Naturwissenschaften sind zur genauernErforschung der Länder und ganzer Erdtheile und ihrer Producteein nothwendiges Bedürfniß. Die genanere Beurtheilung desBodens, der Gebirge, der Ebenen ist ohne Mineralogie undGeognosie nicht möglich.

Die Klimatik, die Kenntniß der klimatischen Beschaffen-heiten der Länder, ihrer atmosphärischen Erscheinungen und derenEinwirkungen ans die Organisationen und Entwickelungen derPflanzen, Thiere, Menschen, ist für die Erdkunde unerläßlich.

Um die Vegetation der Länder, ihre Fruchtbarkeit und dieProducte der Pflanzenwelt richtig zu erkennen und zn schildern,ist eine genaue Kenntniß ihrer Flora nothwendig. Aber nicht