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HMfswissenschaften.
lehre ist einer constructiveu BeHandlungsweise fähig. MancherLehrer der Geographie, der sich mit ihr noch gar nicht beschäftigthat, wähnt durch ein Compendium schon sich hinreichend zu sei-nem Lehrerberufe vorbereiten zn können. Kein Philolog wirddnrch bloßes Ausweudiglerueu der Grammatik uud des Wörter-buches im Stande sein, einen bildenden Unterricht in einer Spracheertheilen zu können. Es gehört noch das Studium der classischenWerke hinzu. Ebeuso bei der Geographie das anschauliche Stu-dium der Erde.
Ein zweiter allgemein verbreiteter Irrthum ist es, die Erd-kunde müsse von den Merkwürdigkeiten der verschiedensten Wissen-schaften das Frappanteste in sich aufnehmen, und dadurch ihreuReiz erhöhe», ihre Nützlichkeit steigen,. So ist die Geographiealles geworden: eine historische Geographie, eine Statistik, einepolitische Geographie, eine physikalische, eine Aufzählung der Na-turprodukte aus allen Naturreichen bis in die kleinsten Juscctcu-uud Moosarteu. Sie uimmt alle Farben an, nur ihr eigenes,ihr eigenthümliches Wesen hat sie uicht ausgebildet. Nur ciufestes Princip kann sie vor solchen Abwegen bewahren: dasFesthalten an der Coustructiou der tellurischcu Veschaffeuheiteuiu ihrem Verhältniß zum Menschengeschlechte. Nicht ein zufälligesAggregat aus deu verschiedenste» Wissenschaften, nicht als eineMosaik ans allen mögliche» Farben soll sie erscheinen, nicht mitallen bunten Federn anderer Wissenschaften sich zieren. Sie sollsich nur der Resultate der übrigen Wissenschaften zum Verständ-niß ihres eigenen Weseus bemächtigen, nicht ihrer Einzelnhciten.Sie soll jene fremden Zugabe» ihrer Eigenthünilichkeit gemäß be-herrsche» und verwenden, nicht sich von andern Disciplinen do-minireu lasse», sondern als selbständige Wissenschaft auftreten.
Für das Verstäuduiß der Mathematischen Geographiesind allerdings die Elemente der Mathematik und Astronomie un-entbehrlich. Zur Ortsbestimmung, zum Gebrauch der Instrumente,