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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Hilfswissenschaften der Geographie.

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späterer Zeit haben sie nicht selten zum Nachtheil der Wissenschaftdie unmittelbare Erfahrung getrübt oder zurückgedrängt.

Zu den schriftliche,? Nachrichten gehören auch die bildlichenVorstelluugeu von der Lage, dem Umfange und der Gestalt derganzen Erde, wie ihrer Theile die landschaftlichen Bilder,Globen und Landkarten. Die Forderungen, welche man heutzu-tage in dieser Hinsicht zu inachen berechtigt ist, sind ganz andereals noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Landkarte soll ein Por-trait sein, kein Zerrbild, wie fo unzählige sind. In ihrer Artder Darstellung hat sie etwas Dictatorisches, ihre Irrthümer sinddaher um fo verführerischer und schädlicher. Der Unwissendeläßt sich durch den Stich, das Papier und die bunte Illumina-tion irre führen. Die Briten statten ihre Karten dem Aeußernnach, durch Stich, Papier und Farben glänzend aus, aber ihrInhalt ist öfter sehr vernachlässigt. Franzosen und Deutschewetteifern um den Preis einer künstlerischen und naturgemäßenDarstellung.

In Europa beschäftigen sich gelehrte Akademien fast in allenHauptstädten auch mit geographischen Forschungen, was frühernicht der Fall war.

Die Hülfswissenschaften der Geographie.

Die Wissenschaften, welche bei gründlichen geographischenStudien immer unentbehrlicher werden, haben sich in den neuerenZeiteu sehr vermehrt. Es sind die meisten, welche bei historischenStudien überhaupt nothwendig sind; aber es kommen noch ma-thematische und Natur-Wissenschaften hinzu. Freilich ist es einsehr verbreiteter Irrthum, als könne man die geographischenWissenschaften schon aus einem guten geographischen Compeudiumuud aus Landkarten erlernen. Man setzt dann voraus, sie seinur eine Sache des Gedächtnisses. Aber selbst ihre Elementar-