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Rundgestalt der Erde,
Hervortreten entfernter Gegenstände, wie bei Schiffen nnd Ber-gen nach untern und obern Enden: nach allen Richtungen hinein gleichartiges Phänomen. Wir haben bei diesen allgemein be-kannten Beweisen für die Kugelgestalt der Erde nicht zu verweilen,sondern wenden uns einigen andern, wenigstens nicht in demMaße nahe liegende» Betrachtnngen zu.
Sobald die Erde als ein planctarischcr Körper ihres Sonnensystems anerkannt ist, bringt es schon die Analogie mit ihrenNebcnvlaneten, die insgesammt sich als mehr oder weniger ge-rundete Körper darstellen, mit sich, daß auch sie in gleichartigerForm iu das gemeinsame System gehöre. Auch geht die kugel'förmige Gestalt nothwendig ans ihrer Notation um die eigeneAxe hervor. Noch schärfere Beweise geben wirkliche Messungenihrer Größendimensioneu und Beobachtungen des Pendels, die anverschiedenen Stationen der Erde angestellt wurden.
Zur wirklichen Ausmessung einer vollkommncren Kugelgestalthat man nur nöthig, einen der 360 Grade, >in welche jeder Meiszerfällt, zu messen, und die Länge seines Maßes mit der Zahlseiner Grade, 360, zu multiplieircn. So erhält Man den größtenUmkreis^ und hat auch zugleich deu Durchmesser, sowohl desKreises, wie der ihm zugehörige» Kugel gefunden.. Betrüge jederGrad auf der Erde 15 Erdmeilcn, so würde der größte Kreisder Erdkugel — 15 X 360, d. i. 5400 Meile» betragen, undihr Durchmesser von Norden nach Südeu, wie von Osten uachWesten gleich groß sein, und etwa eine Länge von 1719 geogra-phischen Meilen einnehmen.
Die Methode der Messung eines Grades auf der Erde mußvon zwei Sternen ausgehen, die um einen Grad im Himinels-kreise auseinander stehen. Von diesen läßt man zwei Verticale aufdie Erde fallen, deren Bleiloth die Distanz eines Erdgrades be-zeichnet. Dies ist die Aufgabe der Geometrie und Astronomie.Diese Distanz wird nuu auf der Erdtrümmung durch die gc-