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Atmosphäre.
Das Innere der Erde bleibt uns verborgen wie dasAeußerste unserer Atmosphäre. Diese Aetherregion steigt als nochimmer einen Druck ausübeude Luftsäule wenigstens bis 18 uud20 deutsche Meilen über uns empor, von denen man bisher imLuftballon höchstens nur eine Meile, etwa die Höhe des Chim-borasso, erreichen konnte. In noch größere Höhen der äußerstenAtmosphäre reicht die Grenze der Dämmerung und das Phäno-men der feurigen Sternschnuppe», die nur gegen die äußerstenGrenzen der Atmosphäre, in der noch ein Verbrenuungsproceßdurch den Sanerstoffgehalt der Luft möglich wird, sich entwickelnkönnen. Sie gehören daher noch der Erdatmosphäre an, zu dersie auch ihre Bahn uud Bewegung abwärts nehmen müssen. DieAstronomen (zumal Benzenbcrg u. A.) haben jene fcurigeuMeteore in ihren Entwickelungen in dcu verschiedenen Höhen von5 bis 10, 20 bis 34 Meilen absoluter Erhebung über der Erd-oberfläche beobachtet und genau nach Zeit, Ort und Directiougemessen '). So kann die Atmosphäre auch uoch in diesen großenextremen Höhen Gegenstand der Beobachtung sein. Ihre äußersteGrenze wird sie da haben müssen, wo die Elasticität der Luftoder ihre Expansivkraft noch von der Schwerkraft der Erde ge-fesselt und verhindert wird, sich immer weiter uud weiter in demallgemeinen leeren Welträume zu verbreiten. Die Gestalt derAtmosphäre müßte demnach dem Rotatiousproceß der Erde gemäßauch eine sphäroidc sein, über den Polen eine weit größere Ab-plattung des Luftsphäroids als die Erde anuehmeu, über demAequator aber die Erdatmosphäre viel höher aufsteige» als über
') Es sind diese jede Nacht erscheinenden Meteore verschieden von den nurperiodisch im Jahre im August und November an gewissen Localitätender Erdbahn sich ereignenden sogenannten Stcrnschnuppenschanern, dieeinem noch unbekannten Entrvickclungsproceß in dem äußern Welten-raum außerhalb der Erdatmosphäre augehören. Sie gehören nicht zuden terrestrischen, sondern zn den kosmischen Phänomenen.