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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Das Innere der Erde.

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den Polen. Davon würde dann auch die Brechung der Ächt-strahlen abhängig sein.

Beschränkter bleibt die Beobachtung nach den Tiefen, gegendas Innere des Erdballs zu, das uns trotz aller Hypothesenein Geheimniß bleibt. Weiter als des Erdhalbmessers, uichtüber ein paar Tausend Fuß, drangen bis jetzt unsere tiefstenSchächte nicht iu das Innere der Erde ein. In unsern deut-schen Gebirgen reichen sie nicht einmal so tief. In? Erzgebirge um Freiberg gehen die tiefsten Gruben bis 1800 Fuß, ehedemwurden sie soweit befahren, jetzt nnr noch bis 1300, weil diegrößern Tiefen ersoffen sind. Aber auch diese senken sich, wegenihrer hochliegenden Eingänge, noch nicht einmal 100 Fuß unterden Spiegel des Oceans, da die Eingänge in die Gruben, wiebei Freiberg nnd an andern Orten, schon auf Berghöhen liegen.Im Harz gingen die tiefsten Schachte bis 1872 Fuß; sie werdengegenwärtig nur bis 1500 Fuß tief befahren. In größere Tiefensenken sich iu der Nähe der Meere die Kohlengruben in England und den Niederlanden. Zu Whitehaven in Cumberland werdendiese bis zu 980 Fuß unter dem Meeresspiegel bearbeitet. Essanken dort Erdbrüche in noch größere Tiefen hinab, indeß andereKohlenlager in ihrer primitiven Lage zurückblieben. Die Kohlen-grube von Monkwearmouth bei Durhain soll noch bis zu einerTiefe von 1584 Fuß unter dem Meere, bei einer Temperaturvon fast 21° Rcanmur bearbeitet werden. Die zu Auchin beiValenciennes , wird bis 1050 Fuß tief bearbeitet. Sie liegtan sich in der Niederung und reicht noch 900 Fuß unterden Spiegel des Occaus. Eine Grnbe bei Lüttich reicht nachNöggerath 300 Sachter (1800 Fuß) tief; also 1620 Fuß un-ter den Spiegel des Meeres, da ihr Eingang noch 180 Fußüber dem Spiegel der Maas liegt. Der Eingang zu denSteinsalzgruben vou Wieliczka auf dein Pflaster des Marktplatzesder Stadt Wieliczka liegt schon 765 Fuß über dem Meere; also