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Flächeninhalt der Erde.
vermessen, und die der andern Erdtheile noch viel weniger. Nochzu Anfang dieses Jahrhunderts wurde die erste Karte des tür-kischen Reiches durch einzelne astronomische Beobachtungen amschwarzen Meer von Beauchamp, und die kritische Bearbeitungderselben durch den Astronomen v. Zach ans der Seeberger Stern-warte so sehr berichtigt, daß der Sultan dadurch allein an denKüsten des schwarzen Meeres einen Raum von 800 Quadrat-meilen Land gewann, das zuvor als Wasserfläche dargestellt war.
Der preußische Staat hatte 1819 nach den genauestendamals publicirten Vermessungen ein Areal von 5028 m Meilen.Ohne eine einzige Quadratmeile dazu erworben zu haben, ent-hielt er 14 Jahre später (1833) 5062 lH Meilen, also 34 HZ Meilenmehr als zuvor, blos durch verbesserte Kartenberechuung und Be-richtigung früherer Irrthümer. 1845 zeigte sich ein neuer Zu-wachs von 18 HZ Meilen, wovon allerdings 10 H> Meilen, näm-lich der Kreis St. Wendel am Rhein , wirklich hinzugeschlagenwaren; aber 8 lH Meilen Zuwachs gingen nur aus den verbesser-ten Vermessungen von Pommern und der Neumark und ihrer>iartenberichtignng hervor.
Nur solche Specialaufnahmen und fortgesetzte Berichtigungenkönnen zu positiven und kritisch genauen Daten führen. Aberden wenigsten Ländern sind solche kritische Arbeiten zu Theil ge-worden. Viele Gestadeländer der Erde mit zerrissenen, zackigenFormen, ja die meisten Inseln der Erde, sind noch unsicher be-stimmt, ihre Größen noch wenig gekannt. Daher viele Irr-thümer der Karten, sowie der Arealberechnungen, oder bloßenSchätzungen ihrer Oberflächen. Die wechselnden Zahlenaugabenin der Geographie erhalten durch den noch unvollkommenen Zu-stand der Wissenschaft ihre natürliche Erklärung. Es ist eingroßer Uebelstand, daß die Zahlenangaben in der Compendien-geogravhie fast alle von einander verschieden sind. Aber noch istdies ein nothwendiges Uebel. Man muß nur diesen Angaben