Gegensatz der beiden Erdhalben.
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westlichen Wasserhalbkugel, oder der eigentlich maritimenSeite des Erdballs, oder mit A. v. Humboldt von einer Land-hemisphäre und einer Wasserhemisphäre reden.
Die ungefähre Mitte der Wasserhalbkugel nimmt etwa dieDoppelinsel Neuseeland , im Centrum der Oceanischen Süd-welt ein. Rund umher ragen in dieselbe die Südspitzen undeinige Gestadestriche der Contincnte hinein. Die Mitte der nord-östlichen Landhalbkugel dagegen nimmt Nordwesteuropa , Nord-deutschland, Nordfrankreich und Eugland ein. Die Anwohnerder Nordsee und Englands sind die Gegenfüßler (Antipoden) derNeuseeländer. Großbritannien mit den umherliegenden Küsten-staaten Frankreich, Holland, Nordwestdeutschland , bilden das Cen-trum der contineutalen Nordwelt. Auf der Wasserhalbkugel liegendie Länder und Inseln in den Meeren als kleine, vertheiltetrockene Gebiete, auf der Erdhalbkugel die Meere innerhalb derLänder (Binnenmeere), selbst der Eisocean und das nordatlantischeMeer, das nur als breiter Meereskanal sich fortzieht.
So entsteht ein großer Gegensatz der beiden Erdhalben; dergrößte und wichtigste, den wir nächst dem klimatischen des Nor-dens und Südens auf der Erde kennen, der von dem überwie-gendsten Einflüsse auf das Ganze ist. Namentlich mußte dieseungleichartige Vertheilung der Land- und Wasserfläche bei derungleichartigen Wärmecapacität ihrer Bestandtheile den größtenEinfluß auf die Vertheilung der Wärme und die ganze Klimatikder nördlichen und südlichen Halbkugel der Erde ausüben, unddas astronomische Klima der kalten, heißen und gemäßigten Zonenmannigfach modificiren.
Diese Einflüsse sind zuerst durch A. v. Humboldt in ihremgroßen Zusammenhange hervorgehoben worden. Wir führen hiernur die aus der physikalischen Geographie bekannten Sätze an.
Das Maximum des Wärmegleichers oder Wärme-Aequators
liegt weiter nördlich als der mathematische Aequator, weil das»
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