Submarine Plutonische Verbindung.
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die Südenden der Alten und Neuen Welt Tausende von Meilenauseinander gerückt.
Merkwürdig, daß im Norden der continentalen Erdkugel,wo nur schmale Küstenmeere die Erdtheile «trennen, noch vulka-nische und Plutonische Kräfte thätig sind, die fort und fort aneiner submarinen Verbindung beider Continente arbeiten.
In dem Kamtschatkischen Küstenmeere liegt die über 200 Mei-len lange Inselkette der Meuten, die man nicht mit Unrecht einevulkanische Inselbrücke von Asien nach Amerika genannt hat.Sie besteht aus mehr als hundert Inselchen, Felsen und Klippen,unter denen gar manche erst seit Menschengedenken aus demMeere emporgehoben wurden '). Grewingk hat über fünfzigwüthende Vulkane in dieser Jnselreihe nachgewiesen. Eine andereVulkanreihe setzt sich sporadischer in den Kurilen gegen Süden,nach Japan zu, gegen den Norden gedrängter in der LandzungeKamtschatkas fort. Dort kennt man zehn bis 10,000 Fuß hoheVulkane.
Dieselbe submarine Plutonische Thätigkeit war einst im höch-sten Grade auch zwischen Nordwesteuropa und Amerika , zwischenNorwegen, Island und Grönland wirksam. Und sie ist es nochimmer in hohem Grade, wenn auch einzelne Glieder erstorbensind. Nie jedoch hat sie eine so dicht zusammenhängende Reihe,wie die Aleuten gebildet, sondern ist in einzelnen weit aus ein-ander gerückten großen Küstenstellen und Inselgruppen hervorge-treten. Die Pfeiler einer großen submarinen Plutonischen Meeres-brücke zwischen beiden Continenten sind vorhanden, aber nnr einTheil ist so sichtbar aus dem Meeresgrunde emporgehoben. Dazu
') Im Jahr 1806 wurde das Emporsteigen einer solchen Insel der Aleutenmit einem Pik oder Kegelberge in der Mitte, die vier deutsche Meilenim Umfange hatte, von den Naturforschern v. Langsdorf und Tilesiusbeobachtet. Sie heißt Umnak, liegt unter 53" N.Br. im Norden dergroßen Insel Unalaschka.