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Erdtheile.
Zwischen Orient und Occident, auf der Südseite des Erd-balls, liegt die Libya der Alten, dem hellen, heißen Mittage zu-gekehrt. In der Mitte der Erde, zu beiden Seiten des Aequa-tors ausgedehnt, nicht etwa an? Südpol , ist der wahre Südender Erde, wie der Mittag in der Mitte der Erde. Dort müssenwir die Phänomene der Tropenwelt in ihren Culminationen, inihren heißesten und dürrsten Extremen, im äthiopischen Sonnen-brande der Aequatorländer studiren.
Die weiten Breiten der nördlichen Polarländer bilden denwahren kosmischen wie physikalischen Gegensatz zum Orient undOccident, ebenso wie zum libyschen oder afrikanischen Süden desErdballs. Sie lagern sich als eine flache von Wassern vielfachdurchschnittene Erdscheibe rings um den Nordpol herum. Undwo die Verbindung starrer Länderformen etwa nach oben, durchMeeresgassen unterbrochen erscheint, da findet doch eine merk-würdige submarine Verbindung contincntaler Wirkungen durchPlutonische Phänomene statt. Alle continentale Verlängerung da-hinaus fällt ziemlich regelmäßig in eine mittlere Grenze mit dem70° N.Br. zusammen, wo das Nordcap in Europa , Cap Scha-lagskoi im Tschuktschenlande in Asien und Gishap und Bathurst-Cap und die Fury- und Heklastraße diese Ausdehnung bezeichnen.Aber nördlich dieser Straße und des Georgia Archipels beginntdie große Gruppe der circumpolaren Inselgruppen.
Die schmale Meerenge der Behringsstraße, welche Nordost-asien von Nordwestamerika scheidet, hat nur eine Breite von12 Meilen; sie ist der Durchbruch des schmalen kamtschatkischenKüstenmeeres in die Polarsee. Viel breiter dagegen ist im Westendas Atlantische Nordmeer zwischen Nordwest-Scandinavien undNordost-Amerika. Und doch ist es im Vergleich der viel breiternWasserfläche des südäthiopischen Oceans nur eine schmale Meer-enge. Das nördliche Norwegen (unter 70° N.Br.) ist vom nord-östlichen Grönland kaum 200 Meilen entfernt. Dagegen sind