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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
Seite
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Afrikanisches Hochland.

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S.Br. das Hochland Ovampo, ein reiches Ackerland. Auf demWege dahin von Süden gegen Norden, unter 21° S.Br., alsoim Parallel mit dein See Ngami, aber 100 Meilen westlicher,überstieg er im Norden des Swakop-Flnsses das Platcanland derDamara, das er durch Messung 6000 Fuß hoch fand. Auf dem-selben ragen noch höhere Berggipfel in einzelnen Gruppen auf,wie der Koniati, der Ometako, nach Messung bis 8800 Fuß.Vom Swakop-Flusse bis zum Ngami-See zieht ostwärts ciu gleich-förmiges Hochland fort.

Wenn also hohe Platcaubilduug iu der äquatorischeu MitteCeutralafrikas für die Strecke bis 9° N.Br., ja durch die wieder-holten Beschiffnugen des Bahr el Abiad oder Weißen Nils bis4^°, oder selbst bis 4° 10' nicht angenommen werden kann, soscheidet sich dort gerade am weißen Nil unter 4° 10' deutlichNiederlaud uud Hochland. Kataracten hindern die weitere Be-schiffuug. Hier kehrte Pater Kuoblecher (1849) zwar um, bestiegaber im Lande des Barh den ersten der dort aufsteigenden Berge.Sein Blick von der Berghöhe uuter 4° 10' N.Br. reichte bisgegeu die sehr hohe» Berge iu der Nähe des Aequators . Merk-würdig, wenn er sagt, daß jene hohen Berge sich in ungeheureEbeneu ausdehnen. Also hier, gegen die obern Quellen desWeißen Nils ebenfalls ein hohes Plateauland. Auf einem solchenPlateau mögen sich dann die von Nebmann und Krapf in derNähe des Aequator aus der Ferne erblickten Schnecberge erheben,die sie für das Qnellgebirge des nordwärts ablaufenden Nilstromcshalten.

Auch im Nordwesten Afrikas , unter 10° N.Br., nennt mandas Quellgcbiet des Senegal und Niger den hohen Sudan ,unter Voraussetzung eines quellcnreichen Hochlandes, dessen Er-hebung auch bedeutender Art zu sein scheint. Doch fehlen alleMessungen und genauere Augaben.

Amerika besitzt viele Plateauländer der ersten Klasse. Zu