Druckschrift 
Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

90

Amerikanisches Hochland.

den vorzüglichsten gehören diejenigen, welche durch A. v. Hum-boldt's Arbeiten zuerst gemessen und bekannt wurden. Erst durchihn konnte überhaupt der Begriff des Plateaulandcs der Erde,der bis dahin nur zu häufig mit dem des Gebirglandes vermischtwurde, und völlig unklar geblieben war, in die geographische Be-trachtnng der Hauptformen der Erdoberfläche eingeführt werden.Da dieser Begriff in seiner Neuheit leicht einer falschen zn gene-rellen Anwendung unterworfen war, so führte ihn derselbe For-scher auch auf feiuen wahren Werth zurück, soweit dieser in Folgenoch lückenhafter Messungen auf dem Erdball vermittelt werdeukann.

Die Resultate bestimmter Messungen, wie sie-in Asien undAfrika großentheils noch fehlen, geben folgende Daten für Süd-,Mittel- und Nord-Amerika .

Zu den Plateauländern erster Klasse (sie heißen in Peru dieHohe Welt im Gegensatz zu der Niedern Welt, d. i. der flachentiefliegende!? Küstencbencn) gehören in Südamerika nuter 0° dasQuito -Plateau, 8960 F. P. über dem Meere, nahe 9000(Los Pastos im Nordosten, nahe 11,000 F.) und südlich unter17° S.Br. das Plateau von OberPeru. Hier der kolossaleSee Titicaca in der Höhe vou 12,060 Fuß. Noch höher steigtdas Plateau auf der Ostseite des Sees, im Mo de Toledo zn14,000 Fuß, also bis zur höchsten tübctanischen Ptateauhöhe.Unter 20° S.Br. im Süden des Titicaca - Sees die BergstadtPotosi , deren Straßenpflaster 12,822 Fuß über dem Meere ist

In Centralamerika liegt unter 20° N.Br. das 100 Mvon Westen nach Osten ausgedehnte Platean von Mexico7020 Fuß, im nördlichen Neu-Mexiko das Plateau vou SantaF e am Rio Grande unter 35° N.Br. auf der Ostseite der NockyMountains, 7100 Fuß über dem Meere. Wenigstens eben sohoch ist es an deren Westseite nordwärts des Rio Colorado gegenden großen Salzsee der Mormonen hin.