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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Niedere Plaleauländer in Europa .

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2500 Fuß aufsteigt und unter allen australischen Tafelländern dengrößten Raum einnimmt.

In Europa ist die Form des niederm Hochlandes am sicht-barsten vertreten durch das Sp autsche Hochland, das den beiweitem größten Theil der ganzen Halbinsel einnimmt. Auf ihmliegt Madrid in Neu-Castilien 2,100 Fuß, fünfmal höher überdem Meere als Paris im Tieflande an der Seine, gleich hoch wieInnsbruck iu der Mitte des Tiefthales des Throler Alpenlandes zwi-schen Hochgebirgen: Toledo in der Eiusenkuug des Tajo 1734 Fußüber dem Meere. Die mittlere Höhe dieser südlichen Terrasse vonNeu-Castilieu, welche die Mitte Spaniens einnimmt, beträgt 2000Fuß. Das uördlich daran grenzende Alt-Castilien, welches durchdie querlaufende Gebirgskette der Guadärrama von jener Madrider Hochfläche geschieden ist, liegt um 1000 Fuß höher. Burgos inder Mitte 2700 Fuß, Segovia südlich davou 3100 Fuß. Diemittlere Mecreshöhe von Alt-Castilien beträgt 3000 Fuß.

Zunächst folgt das Bahrische Plateau in Süddeutschland

1600 Fuß hoch, eine weite Hochebene, auf der München 1570 F. uud Augsburg liegen. Es zieht sich längs dem Douau-laufe von West nach Ost, von der niedern Schweiz l1000 Fuß)ostwärts bis unterhalb Regcnsburg.

Nach mittlern Berechnungen von A. v. Humboldt folgen dieniedrigern Plateaubildungeu der Auvergue im südlichen Frank-reich mit 1040 Fuß Höhe; niedriger das Plateau von Burgund und Lothringen , das sich zwischen den Vogesen und Ardenneu an-schließt, 840 Fuß. Limousin, Avehrou, la Forez, Mouts und C6ted'Or sind Plateaus.

Das Plateau von Lothringen mit einer mittlern Höhe von648 Fuß liegt zwischeu Rheiu und Mosel. Das Plateau vonLuxemburg reicht nordwärts zur Eifel, wo Prüm , und zu denArdcnueu, wo Malmedy, Eupen, Namur, Lüttich und Aachen ander Grenze gegen das Niederland liegen.

Ritter allgcni, Erdkunde. - 7