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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Gebirgssysteme.

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zeichnet. Nach A. v. Humboldts Berechnungen messen in ihrerLänge die Pyrenäen 50 geogr. M., die Alpen vom Montblanc bis zur ungarischen Grenze 112 geogr. M., der Ural 120444geogr. M., das Scandiuavische Gebirge 240 geogr. M., der Altai216 geogr. M., der Kuenlnu 260 geogr. M., der Thian schan inJnner-China Z66466 geogr. M., der Himalaha 345 geogr. M.,der Iablouoi Chrabit 120 geogr. M., der Aldan 90 geogr. M.,die Ghats 164 geogr. M., die Anden bis zur Landenge von Pa-nama 960 geogr. M., die Anden bis zur Behringsstraße 2000geogr. M.

Ueber Ansang und Ende einer Gebirgskette kaun die An- ,nähme öfters schwanken, je nachdem man blos auf die Oberflächeoder auch auf die innere Construction und die Bestandtheile Rück-sicht nimmt, z. B. beim Ural , ob Nowa Semlja seine Fortsetzungsei, bei den Cordilleren, ob eine oder zwei Ketten durch das Pla-teau von Mexiko gehen.

Reihen sich mehrere Kettenznge seitwärts an einander, sogewinnt das Gebirg auch eine größere Breite, und es kann vonQuerachse die Rede sein, welche im rechten Winket auf die Län-genmassen gerichtet gedacht wird. Darin liegt der Unterschied derKettengebirge mit vorherrschenden Längettdimensiouen von denMassengebirgen, in denen auch die Breitendimensionen bedeu-tender werden und bis zur Dimensionengleichheit fortschreitenkönnen, wie bei Vogesen, dem Schwarzwald, Fichtelgebirge , Harz,Ardennen u. a. Mau muß daher eiufache und zusammengesetzteGebirge unterscheiden, die dann Gebirgsshsteme bilden. Allegroßen Gebirgsketten der Erde bestehen ans mehreren, oft aussehr vielcu Grnppirnngen, und sind Gebirgsshsteme. Nehmen siegroße Höhen und Breiten ein, so fassen wir sie unter den Be-griff der Alpenländer zusammen. Oft kann die Gruppirung ver-worren, regellos erscheinen, aber nur weil unsere Kenntniß nochunvollkommen ist, und das Gesetz ihrer Construction noch uner-