Kettengebirge.
109
Gebirgssystems wird, wieL. v. B u ch gezeigt hat, gewöhnlich vonMassen gebildet, die eine ellipsoidische Form haben, deren Längen-axe die Queraxe bedeutend überwiegt. Daher die vorherrschendenLängenzüge der Gebirge in der Längenrichtuug der Ellipsoide.Die Kette der helvetischen Alpen bietet etwa ein Dutzend solcherelliptischer Kerue von verschiedenen Bestandtheilen dar, die sich inder Tiefe des Fußes sehr verschiedenartig au einander gereihthaben, nach denen die Formen der Oberfläche ihre Gestaltungenuud Gruppirungen annehmen. Sie wachsen aus dem Kerue, wieStämme aus der Wurzel. Wo sich die >ierue iu der Tiefe be-grenzen, spalten sich auf der Oberfläche die Höhen. Das Auf-steigen der oberflächlichen Erscheinungen kaum auf sehr verschiedeueArt geschehen.
1) Die Längeuaxcu dieser Ketten können unter sich einenParallelismus behaupten, wie bei einem Theile der helvetischenAlpen, dem Jura, dem Ural, den Cordilleren, dem Hinialaya.
2) Die Ketten sind nicht parallel, sondern divergiren, odereonvergiren. So divergiren die Alpen im Osten uud gabelnsich nach Nordost und Südost, die Rocky Mountains strecken fünfbis sieben divergirende Gliederketten nach der Polarseitc aus u. f. w.
Couvergirende Ketten können unter verschiedenen Win-keln zusammenstoßen, sie köuueu zu großen massigen, die ein-zelnen Ketten überragenden Anhäufungen werden, zn Knoten-punkteu, die dauu öfters auch zu den größten massigen Höhenpunkten und luftigen Gipfeln emporschwellen: So die Westalpenund die Mittelalpeu an ihren Nord- und Westendcn im Moutblaue-Gebirge. A. v. Humboldt unterscheidet fünf Knotenpunktein den Cordilleren Südamerikas: Porco, Cuzco , Pasco, Assuayuud Los Pastos, deren genauere Kcuntniß den Bau der Cor-dillereu erläutert. Aber auch uuter sich können die convergirendenSeitenketten sich an verschiedenen Knotenpunkten vereinen, wie dieCordillerenketten in Ober-Peru um den Titicaca See, die drei