Genesis der Plateau- und Gebirgsbildung,
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aber dem arealen Raume nach doch sehr untergeordneten Platean-bildungen. Amerika ist der Erdtheil der Gebirgsketten.
Wenn Afrika's Depressionen nnr dessen Nordseite auszeich-nen, die von Asien dessen ganze centrale Erhebung rings umla-gern — so sind dnrch Amerikas Kettensystem iin Westen seineDepressionen insgesammt, in Süd- wie in Nordamerika , nnr aufdie Ostseite zurückgedrängt worden.
Das Continent von Australien ist fast nur eine große De-pression geblieben, da sein niedriges Plateauland nur seine Süd-ostecke in geringem Umfange einnehmen sollte. Eine größere Man-nigfaltigkeit ist kaum denkbar: nirgends Wiederholung, überallneue Schöpfung, Entwickelung, Fortschritt der Verhältnisse!
Erfüllen nicht schon diese großartigen Anordnungen von im-mer neu sich entwickelnden Gestaltungen und den nothwendig dar-ans hervorgehenden Mannigfaltigkeiten mit einer Bewunderung,die in dieser organisch fortschreitenden Entfaltung einer scheinbarblos tellurischen, oder planetarischen Schöpfung, auch einen überAlles waltenden Geist für Erreichung noch höherer Zwecke als solche,die blos ein irdisches Dasein befriedigen können, ahnen läßt?
Genesis der Plateau- und Gebirgsliildung.
Geht man auf die Entstehungsweisen und Bildnngsnrsachen,auf die Genesis der Höhenformen auf der Erdoberfläche zurück,so lassen sie sich nur nach ihren äußern Erscheinungen und innernBestandtheilen hypothetisch beurtheile».
Wahrscheinlichkeiten, durch Gründe unterstützt, bietet hier diegeologische Wissenschaft in ihrer merkwürdig rasch fortgeschritte-nen Entwickelung dar. Nur einige Hauptpunkte heben wir hervorin Beziehung auf die massigen und die blos linearen Erhebungender Erdrinde, weil diese schon im Allgemeinsten eine so große Dif-ferenz in ihrer Einwirkung auf deu ganzen Zustand des Erdballsund aller seiner äußern Verhältnisse zeigen.