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Entstehung der Gebirge.
derselben auf das Ganze zurückschießen. Immerhin sind die Ge-birge den zusammenhängenden verschlossenen Plateaus gegenüberdie aufgeschlossene Hebungswelt. Die oft senkrecht emporgerichtetenMassen zeigen die Gewalt, mit der sie bis zu den enormen Hö-hen emporgehoben wurden, und die Strahlen der Felsschichtengewöhnlich die Richtung ihres Verlaufs. Die Spaltenrichtung derErdkruste war die erste vorhergehende Bedingung der Gebirgs-züge; die Ausfüllung der Erdspalten durch die Gebirgsketten erstdie secuudäre Erscheinung. Die Anschwellung des Continents inGestalt von Plateaus von Persien bis zur Gobi in der HauptaxeNord 60° Ost scheint mit der ältesten Revolution zusammenzu-hängen, welche emporgeschobeue continentale Massen erlitteil haben.Die Gebirge sind daher jüuger als die Jntmnescenz oder die Em-porhebung der Plateans. Von den primitiven Spalten rigid ge-wordener Erdrinde ward also die Direction der Gebirgszüge ab-hängig. Der Durchbruch geschah nothwendig da, wo die größteGewalt thätig war, oder wo bei auch nur mäßiger Gewalt sichdie schwächste Stelle des Widerstandes vorfand.
Solche Stellen erschienen offenbar an den meisten Platcau-rändern der Erde. Ihre Hebung mußte Schwächungen der Erd-kruste und Fracturen veranlaßt haben. Dies erklärt es, waruman solchen Stellen nothwendig die mächtigsten Randgebirge derErde hervortreten mußten. Und je mehr die Spalte sich nach derSeitenrichtnng weitete, desto breiter wurden die Gebirgssysteinedurch die Succession oder die Successionsrcihen der immer zu denalten Ausfüllungen hinzutretenden neuereu Ausfüllungen. Diesekonnten sich dann wie die Blätter eines Buchs in den verschieden-artigsten Schichten und Gängen an einander legen, je nachdem derSchmelzproceß iu der Tiefe im Verlaufe der Zeiten immer andre kry-stallinische Productiouen emporhob. So reihten sich viele Gebirgs-schichten neben einander und über einander, und stiegen nach ihrerLeicht- oder Schwerflüssigkeit und ihren Erstarrungen zu den wech-