Druckschrift 
Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

Bildung der Germanisch-Sarmatischen Niederung. 13?

keine festen anstehenden Gesteinsschichten gezeigt. Doch scheint diesnicht überall der Fall zn sein, obwohl in den cisuralischen, baltischenDepressionen vorherrschend dünenartige Undulationen in diesenZügen anftrcten, von denen einige doch auch größere Höhe er-reichen als man früher vermuthete. Es sind freilich nur par-tielle, isolirte Masscnerhebnngen, die aber doch hier und da bisgegen 1000 Fuß steigen können. Am Ostende der pommerschenSeenplatte, westlich von Danzig , zwischen dieser Stadt und Bütow,wo das Sandufer weit gegen Norden vortritt, liegen mehrere Dörfer400 Fuß über dem Meere. Der Thurmberg (54° 13' 29" N.Br.)steigt bis 1024 Fuß, der Berg bei Ober-Buschkau östlich vomThurmberg 814 Fuß, der Berg bei Hulterfeld 846 Fuß, derHöckerberg bei Schönberg 902 Fuß.

Der Thurmberg, früher unbekannt, bemerkt A. v. Humboldt(Ceutr. As. I. S. 69), möchte wohl zwischen dem Harz und demUral die höchste beachtenswerthe Berghöhe sein, der nnr etwa eineoder die andere Stelle des Waldai gleichkommt." Seine Lagedicht am Meere ist besonders beachtenswerth. Sehr wahrschein-lich ist es nach A. v. Humboldt, daß diese Unebenheiten da, woder Sand und das aufgeschwemmte Land in Meklenburg, Pom-mern, Ostpreußen Höhenzüge oder niedere Platten bildet, nichtallein den Phänomenen der Dünen des alten Litorales angehören,sondern daß auch die ursprüngliche Ursache ihrer Bildung in einerOrtsverändernng und Aufrichtung von Kalkstein- und Inraschich-ten gesucht werden mnß, die unter dem losen Boden verborgenliegen. Die eigenthümliche Anhäufung gut erhaltener Meeres-fossilien in dem Sandboden dieser Länder scheint die Nähe wirk-licher Felsbänkc zu beweise».

Diese Anschwellungen sind es, welche in derselben nordöst-lichen Verlängerung, in der immer breiter werdenden plateauar-tigen Bildung der Wasserscheiderücken im Norden von Smolensk und dem Dnepr-Ursprünge, im Waldai und weiter ostwärts in