Entstehimg der Pontisch-Kaspischen Einsenknng. 149
anzunehmen, daß zwischen ihm ein merkliches Sinken in Folge desHebens stattgefunden.
Bei linearen Gebirgserhebuugen haben die linearen Thal-scukungen ihren gleichen Entstehnngsgrund; bei rundlich erhvbenen
' Vnlkanbildnngen findet in dem Einsinken ihrer gemeinsamen Mitte
etwas Aehnlichcs statt, wie in den Calderas der Vulkane, welchetiefe rundliche Thäler bilden, die in die Tiefe wieder zurücksanken,aus der sie gehoben wurden; freilich in viel kleinern Dimensionenals hier. So ist es bei den sogenannten Erhebungskratern v.Buch's der Fall, die dann breite Ausgangs »ach einer Seite ausder Caldera gewinnen, wie ans der Insel Palma, oder bei der Valcli Love bei dem Aetna . Solche Einstürze wurden zu Wasser-becken, wenn sie mit dem Meere zusammenhängen, wie in demKrater von Santorin , oder blieben geschlossen, wenn sie im Bin-nenlande liegen, wie der Laacher See . Da der große Kranz des
> Ringgebirges um die KaSpische Einscnkung hauptsächlich aus plu-
tonisch aufgeblähten Trachytmassen zu bestehen scheint, so liegtdieselbe analoge Bildungsweise nicht zn fern. Freilich müßte siesich in ganz andern kolossalen Dimensionen bewegt haben, auchmußten noch andre Umstände hinzutreten, daß sich nordwärts dieEinsenkung iu ein so breites und langes Blachfeld ausdehnenkonnte. Begreiflicher Weise mußte sich dasselbe aber mit denTrümmeru der bei dieser Katastrophe nothwendig vorgegangenenZerstörungen überfüllen; die Tiefe dieser Ueberschüttungen würdevielleicht durch Bohrversuche zu ergründen sein. Mehrere Revo-lutionen der Erdoberfläche gingen nach der ersten Bildung der
' turanischen Concavität unstreitig noch vor sich, ehe sie ihre jetzige
Oberflächengestalt erhielt. Ans einem großen Binnenmeere sinderst nach und nach, durch nachfolgende partielle Senkungen, He-bungen und Zuschlämmungen, die jetzigen Zustände hervorgegangen.
Aral - und Kaspische See blieben nur als seichte mit Wasserbedeckte Tiefen an den tiefsten Stellen zurück, indeß die andern