Stufenländer.
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ineinsamen dritten Naturform sich gestaltet, zu den gegen denMeeresspiegel geneigten Erdräumen. Wir bezeichnen sie mit einemallgemeinen Ausdruck durch Stufen lau der.
Stufenländer uud Ströme der Erde.
Die geneigten Erdräume oder Stufenländer, in verschie-dener Höhe und Tiefe, über, uuter und nebeu einander gestellt,sind überall die vermittelnden Glieder zwischen den Hoch- undTiefländern des Erdsphäroids. An den Quellen und Mündun-gen der Ströme, die ihnen den Weg aus der Höhe nach der Tiefevorzeichnen, partieipircu sie an den beiden contrastirenden Haupt-formen des Erdlandes; sie greifen bald mehr, bald weniger tiefin dieselben ein. Die Art dieser Vermittlung und die Neigungdes Gefälles von der Höhe zur Tiefe, der Richtung gegen dieHimmelsgegend wie gegen die Meeresgestade giebt jedem der gro-ßen Stufenländer der Erde den ihm eigenthümlichen Charakterder Gestaltung wie der Weltstellung. Auch hier treten gewissewillkürliche Annahmen in Hinsicht der räumlichen Größe derselbenein, indem wir keine bestimmte Grenze zwischen großen und klei-nen Strömen, die man Flüsse genannt hat, feststellen können.Wie überall in geographischen Verhältnissen sind nur relative Be-zeichnungen in Sprachgebrauch gekommen. Die Vergleichung derStromrinnen nach Breite und Fülle (Capacität) bestimmt dasCaliber der Ströme; die Vergleichung nach Länge und Ver-zweigung ihre Entwickelung. Nach Fülle, Lauge und Flächen -räum, die sie sammt ihrem Quellenbezirk einnehmen, müssen wirsie, in Beziehung auf eiuen gewissen Erdtheil insbesondre, oderabsolut zum Erdganzen, als Stromsysteme betrackten vom ersten,zweiten, dritten Range. Die Wolga z. B. ist in Beziehung ausEuropa zum ersten Range, aber, wie die Donau , in allgemeine-rer nur zum zweiten oder dritten Range gehörig. Nicht dieLänge allein entscheidet über die Wichtigkeit der Stromverhält-