IM Wasserscheide.
lauter Successionen solcher Thäler. Bei ihrem Austritt in leichtzerstörbares Flötzgebirge werden diese scharfen Winkel der Thälerzu sanften Wellenlinien, und ebenso und noch mehr, wenn derStrom in lockeres aufgeschwemmtes Land übergeht. Dies zeigtsich besonders in den Stromshstemen Osteuropas und des ganzen 1mittlern und südlichen Rußland . Das geübte Auge kann auseiner richtigen Zeichnung des Stromlanfs im Allgemeinen mitziemlicher Sicherheit auf die Masse des Bettes zurückschließen.Die Ströme durchbrechen, wenn nicht andere mächtigere Kräftedagegen wirkten, die Gebirgsmassen in denjenigen Richtungen, inwelchen sie den geringsten Widerstand finden. Manche Thälerwaren ihnen schon vorgebildet durch große Zerreißungen und Zer-rüttungen, Verschiebungen auf der Erdoberfläche, andre mußtensie sich erst selbst durchbrechen und ausarbeiten, und hier tratensehr verschiedene Verhältnisse ein. Bei Gebirgsarten mit senk-rechter Schichtenstellung laufen sie sehr häufig, ja meist, diesen ,Schichten parallel in den Längenthälern. Daher häufig die Steil-wände der Alpenthäler, im Wallis über der Rhone , in Throlüber Inn und Etsch, in Graubünden über dem Rhein , im Jura.Die Querdurchbrüche der Schichten sind dann im Verhältniß zujenen meist sehr kurze Querthäler, die mit ihnen in längern oderkürzern Strecken wechseln. Bei horizontal geschichteten Massenziehen die Stromthäler nach den Richtungen der ausgezeichnetenKluftabsonderungen.
Der größere Theil der Gebirgsarten hat aber weder senk-rechte Schichteustellung, noch horizontale, sondern eine zwischenbeiden geneigte, vom Steilen bis zum Flachen. So z. B. in den >meisten Gebirgszügen des mittlern Deutschland . Hier werden alsodie Durchbrüche der Thalbilduug, in sofern sie von Wasserfluthenherrühren, von mehrfachen Ursachen und Widerständen bedingtworden sein, und die Direktion der Strombetten wird dann nichtso einfach und charakteristisch aus dem Streichen und Fallen der