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Oberer Lauf.
Dieser beginnt von den Wasserscheiden der hohen Quellge-birge und reicht bis zum Austritt aus denselben. Die Thal-wicgen der Quellbäche und Ouellfliisse gehen von den Erhebungenund Vertiefungen der Wasserscheiden aus. Auf ihnen sind daherdie nach entgegengesetzten Meerbccken strömenden Wasser noch ein-ander benachbart. Je weiter von ihnen ab, desto mehr entfernen sichdiese von einander. So liegen am Hochwald im Süden der Kar-pathen und am Borh-Sumpf im Norden derselben die Wasserder Ostsee und des Schwarzen Meeres dicht beisammen. Trage-plätze (portsAvs, ti-ansports, volol: im Russischen) heißen diegrößten Annäherungen dieser entgegengesetzten Stromlanfe. Essind die relativ jedesmal tiefsten Einsenkungen der Wasserscheiden-—in Hochgebirgen die Pässe, die Sättel — in niedern die Thäler —in flachen Ländern die Hochebenen, am geeignetsten zu Kanalver-bindungen, daher z. B. ein Kanal zwischen Ostsee und SchwarzemMeere durch Weichsel und Douau, durch Don, Poprad , Hernadund Theiß durch die Karpathen vorgeschlagen. Es sind die kür-zesten Landvcrbindungcn der entgegengesetzten Abhänge der Ge-birgszüge. Ihre Vertheilung und Art hängt natürlich vonden Gefällcu des obern Stromlaufs, von den Neigungswinkelnder Gebirge gegen die Ebenen oder den Horizont ab. Die Gehängeentgegengesetzter Gebirgsabfälle sind meistentheils ungleich, steilauf der einen, sanfter auf der andern Seite. Damit hängt diegraduelle Wildheit der Gewässer des obern Laufes zusammen. Sosind am Ural die Abhäuge steil im Osten, sanft im Westen; amKaukasus steil im Norden, sanft im Süden; umgekehrt bei denKarpathen und Alpen steil im Süden, sanft in? Norden. DasGefälle wechselt, hält sich aber im Allgemeinen bei allen Gebirgengewöhnlich zwischen den Jnclinationswinkeln von 2 bis 6 GradAbfall, auf die ganze Breite der Gebirgsketten berechnet. Auf