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lang und der untere sehr kurz; ebenso, obwohl in ganz verschiedenenDimensionen, bei der Weichsel, bei Ganges , Enphrat und Missisippi.Der obere Lauf des Rheines ist dagegen sehr lang, durch dieganze Schweiz bis Basel , der mittlere Lauf auch sehr lang, bisCöln, der untere sehr kurz bis Rotterdam zum Meere. Ebenso »bei Nil, Donau , Judus. Beim Maranon ist der obere Lauf sehrkurz, der mittlere und untere Lauf gegeu den obern fehr lang.Bei den chinesischen Strömen Hoaugho, Kiang, sind alle drei Ab-theilungen verhältnißmäßig gleich lang.
Die Längenverhältnisse der Laufstrecken sind für die Schiff-barkeit der Flüsse, wenn schon wesentliche Bedingungen, doch nichtdie einzigem Noch andere treten hinzn, die Wasserfülle, Tiefeu. dgl., was keinen allgemeinen Gesetzen unterworfen ist, sondernvon den Individualitäten der einzelnen Stromsysteme abhängigwird. Jedes Stromshstem bedarf daher zur vollkommenen Er-kenntniß seiner Charakteristik seiner eigenen Monographie. »
Wir berühren nur noch ein wesentliches Verhältniß, dasvom größten Einfluß auf die Mannigfaltigkeit der Entwicke-lung aller großen Stromgebiete hinsichtlich ihres Areales undihrer Wassersülle, ihres Einflusses auf Culturfähigkeit undethnographische Beziehuugeu zu ihren Bevölkeruugeu gewesenist. Es ist der Abstand der Quelle vou der Müudungdes Stromes in directer Distanz, verglichen mit dem gekrümm-ten Wege, deu der Stromlauf durch die plastische Oberflä-chengestaltung seines Stromgebietes zu uehmen genöthigt war,verglichen mit dem Entwickelungslaufe, dem Developpement(nach Buache) des Stroms. Beide Linien fallen in der Regel sweit auseiuander, decken sich fast niemals. Je verschiedener ihreGrößen auseiuander liegen, desto größer wird das Areal desStromgebietes, desto reichhaltiger kann die Menge und Mannig-faltigkeit des Geäders zur Hauptrinue werden, desto größer dieFülle der Gewässer und die Mannigfaltigkeit ihrer Bertheilung.