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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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Schlffbarkeit.

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und Bäche sein. Achnlich in der chinesischen Provinz Amman , imhohen Iran , auf der Hochterrasse der Bedschuaneu iu Südafrika.In Südamerika auf dem Hochlande, sind zwischen den Cordillerenund dem La Plata 12 große Wasserbecken, Seen ohne Verbin-dung mit dem Meere und Flüssen: der größte der Titicaca-See ,auf dem Plateau von Mittel-Amerika der See von Mexico .

So verschieden wie die Höhe, von der die Quellen herab-kommen, so verschieden ist auch das Längenverhältniß und dieTheilung der Räume, welche der obere, mittlere und untere Stromzu durchlaufen hat. Davon ist dann auch die verkürztere oderverlängerterc Horizontaldistanz der Stufenländer und die möglicheSchiffbarkeit der Stromsystemc abhängig. Denn der obere Laufhat in der Regel zu große Hemmuugeu, um bequem schiffbar zusein, er ist höchstens nur für Kähne zugänglich. Der gebändigter?,tiefere mittlere Lauf der Ströme bietet schon Fahrbarkeit fürtiefer gehende beladene Barken dar; nur noch hier und da tretengeringere Hemmuugeu in niedern Klippen oder Felsbänken, inStromschncllen, Strudeln u.dgl. auf. So im Rhein unterhalbder Wasserfälle von Schaffhauseu bis Basel , in seinem mittlernLaufe von da über das Bingerloch oder die St. Goarbank; beider Donau in den Strudeln bei Grein , bei Orsova.

Der untere Lauf dagegen eröffnet sich oft als ein breitesSüßwassermcer, das zumal wenn die oceanische Fluth bis über10, 50 oder 100 Meileu tief eindringen kann, selbst großen See-schiffen bis in die Mitte der Continente hineinzusegelu gestattet.Man könnte diese Bildungen als maritime Stromshsteme von an-dern nnterscheiden: die Chinesen nennen sieSöhne des Oceans."

Die Längenverhältnisse der obern, mittlern und untern Strom-läufe sind ungemein wechselnd und verschiedenartig; daher auchder Antheil, den das obere, mittlere, untere Stufenland an derEntwickelung des ganzen Stromgebietes nehmen kann, sehr wech-selnd. Der obere Lanf der Wolga ist sehr kurz, der mittlere sehr